Text-Bild-Ansicht Band 261

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bei Verwendung reinen Roheisens das ganze im Dreiformherde erzeugte Product der besten Sorte angehörte und daſs minder geübte Arbeiter im Dreiformherde leichter ein gutes Product erzeugen können als im Zweiformer, daſs also der neue Herd weniger geschickte Arbeiter und weniger Umsicht erfordert, um gleiche Waare wie der alte zu liefern. Bisher erwies sich stets die Luppe von durchaus gleicher Beschaffenheit und deren obere Seite, in Schweden die Frischseite genannt, war ebenso gut als die übrigen Theile, was bekanntlich bei anderen Herden gewöhnlich nicht der Fall ist.

Der beschriebene Forsberg'sche Frischfeuerherd hat nun nach dem Jerncontorets Annaler 1885, wie Prof. J. v. Ehrenwerth in Stahl und Eisen, 1886 * S. 313 weiter berichtet, eine Verbesserung erfahren, indem der Boden in senkrechter Richtung mittels einer Schraube verstellbar gemacht wurde. Dieser schwedische Herd mit Bodenschraube ist in Fig. 9 und 10 S. 301 veranschaulicht; doch ist dabei die Verschluſsthür des oberen Herdtheiles, eine mit feuerfestem Material ausgekleidete Hängethür, weggelassen. Im oberen Theile dieser Thür befindet sich eine mit Deckel verschlieſsbare Oeffnung, welche dazu dient, bei Beginn der Arbeit das Roheisen vom Vorwärmer in den Herd zu ziehen. Der Schieber des Kohlentrichters f ist wie früher mit einigen Bohrungen versehen, durch welche ein geringer Theil der Gase austritt, im Trichter verbrennt und so die Trocknung der Kohlen bewirkt, deren Gichtung durch Oeffnen des Schiebers erfolgt. Der untere Theil der Brust ist durch eine mit mehreren (hier drei) rechteckigen Arbeitslöchern versehene Platte, welche in der Verankerung eingehängt wird, geschlossen. Die Seitenwände des Herdes sind hohl und werden zur Vorwärmung des Windes benutzt. Die Windleitung in die Seitenwände und aus diesen in ein den Herd auf drei Seiten umgebendes Rohr, aus welchen die Formen d abzweigen, ist aus Fig. 9 zu entnehmen; diese Anordnung ist jedoch nicht wesentlich. Man erzielt durch diese Seiten wände als Wind Wärmapparat eine Windtemperatur von etwa 90 bis 110°, wie sie eben für den Frischprozeſs in Schweden ziemlich allgemein in Anwendung kommt.

Das Feuer ist im vorderen Theile breit, so daſs hierdurch die beiden gegenüber liegenden Seitenformen d sehr nach hinten gerückt erscheinen, was auffallen mag. Doch dürfte dies darin seinen Grund haben, daſs die in der Rückwand angebrachte dritte Form dem gewöhnlichen Ausbrechen der Luppe hinderlich sein dürfte und diese Arbeit daher nach vorn erfolgen muſs, wozu in diesem Theile des Feuers entsprechend Raum erforderlich ist.

Der Boden, welcher zwischen den vier Seiten entsprechend Spielraum hat, ist an der Vorderseite in die Höhe gezogen und daselbst mit dem Sinterloche versehen, wie dies die Fig. 9 zeigt. Der Boden liegt auf dem vierarmigen Träger t und ist mit diesem im Mittelpunkte durch