Text-Bild-Ansicht Band 261

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Mit Bezug auf den Wind Wärmapparat ist Forsberg's Ofen ein Seitenstück zu Bicheroux's Construction (vgl. 1876 219 * 220) und seine Anwendbarkeit fällt auch im Ganzen auf dasselbe Gebiet, welches durch Benutzung der Ueberhitze für besondere Zwecke, wie z.B. Dampferzeugung, und Verwendung guter Brennstoffe, welche verhältniſsmäſsig heiſse Gase geben, charakterisirt ist. Forsberg empfiehlt übrigens, ähnlich construirte Generatoren paarweise anzuwenden und abwechselnd zu betreiben, um während des Ganges des einen Generators den Brennstoff im zweiten zu trocknen, was unter Umständen vortheilhaft sein mag; dann ist der Gaskanal jedes Generators für sich abschlieſsbar.

Windfrischprozeſs für Roheisen mit mittlerem Gehalte an Silicium und Phosphor. Für den Thomasprozeſs können nur solche Roheisensorten verwendet werden, welche arm an Silicium und reich an Phosphor sind. Da solches Roheisen aber nicht immer, selbst bei Erzen mit reichem Phosphorgehalte, in der erforderlichen Zusammensetzung erblasen werden kann, so ist man an manchen Orten gezwungen, den Gehalt an Phosphor beim Hochofenprozesse durch geeignete Zuschläge zu erhöhen und den Gehalt an Silicium zu vermindern. Dadurch werden aber die Gestehungskosten des Roheisens erhöht und damit das Fluſseisen vertheuert. Es ist daher natürlich, daſs gerade an jenen Orten, an welchen die Beschaffenheit des Roheisens zu den eben angedeuteten Schwierigkeiten Veranlassung gibt, das Bestreben hervortritt, Abänderungen des Prozesses in Anwendung zu bringen, um auch diese Roheisensorten, ohne Erhöhung der Erzeugungskosten verarbeiten zu können.

Derartige Bestrebungen treten beispielsweise in Luxemburg hervor, wo man beim Hochofenprozesse den Minette-Erzen Mangan haltige Brauneisensteine von Nassau zuzusetzen gezwungen ist, um ein für den Thomasprozeſs taugliches Roheisen zu erhalten. Wenn der Zusatz dieser etwa 15 bis 17 Proc. Mangan haltenden Erze auch nur 5 bis 10 Procent der Beschickung beträgt, um den verlangten Gehalt an Mangan im Roheisen zu erreichen, so werden dadurch die Gestehungskosten des Roheisens doch nicht unbeträchtlich erhöht. Man verlangt in Luxemburg, daſs das für den Thomasprozeſs verwendete Roheisen, wenn es als tauglich befunden werden soll, annäherungsweise 1,5 Proc. Mangan, 1,5 bis 2,0 Proc. Phosphor und 0,8 bis höchstens 1,2 Proc. Silicium enthalte. Man zieht aber Roheisensorten mit weniger als 1 Proc. Silicium vor.

Die gewöhnlichen, nur aus Minette erblasenen Roheisensorten Luxemburgs haben aber meist 0,3 bis 0,4 Proc. Mangan, 1,5 bis 2,0 Proc. Phosphor und 1,5 bis 2,0 Proc. Silicium. Um nun solches Roheisen auf Fluſseisen verarbeiten zu können, wurden Versuche auf dem bei Luxemburg gelegenen Eisenwerke zu Hollerich ausgeführt. Das in Anwendung gebrachte Verfahren des Uebergieſsens (Procédé de transvasement) ist nun, wie Prof. Franz Kupelwieser in der Oesterreichischen Zeitschrift für Berg- und Hüttenwesen, 1885 S. 681 berichtet, ein Windfrischprozeſs und besteht