Text-Bild-Ansicht Band 261

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20cm über dem Boden eingelegt. Die Windpressung schwankt nach der Zusammensetzung des Roheisens zwischen 30 bis 35cm Quecksilber und erreicht nur selten 50cm.

Nachdem die Birnen entsprechend vorgewärmt sind und das flüssige Roheisen eingefüllt ist, verschwindet die Flamme bei der saueren Birne nach etwa 10 Minuten Blasezeit. Da das Roheisen einen ziemlich hohen Gehalt an Silicium hat, so ist das Metallbad stets sehr heiſs. Das Umgieſsen in die basische Birne geht, ungeachtet eine Pfanne verwendet wurde, ziemlich rasch und muſs das Ueberflieſsen der saueren Schlacke in die basische Birne thunlichst vermieden werden. Die Menge des erforderlichen Kalkzuschlages ist ebenfalls eine bedeutend geringere, da ja ein von Silicium nahezu freies Metall in die zweite Birne eingegossen wird. Das Entphosphoren dauert 5 bis 6 Minuten, worauf in gewöhnlicher Weise unter Zusatz von etwas Ferromangan gegossen wird. Bei der angegebenen Gröſse der Birnen und der Einsätze konnte das Kippen derselben, das Bewegen der Gieſspfannen leicht von Hand bewerkstellgt werden, so daſs die Einrichtung einer solchen Anlage auſserordentlich billig ist. Mit zwei Paaren zusammengehöriger Birnen kann man bequem über 30 Hitzen in 24 Stunden machen und somit die Tageserzeugung eines ziemlich groſsen Hochofens aufarbeiten.

Bei den durchgeführten Versuchen zeigte sich, daſs die Dauer der Zustellungsmaterialien bei sorgfältiger Trennung der sauren Schlacken von dem überzugieſsenden Metalle auch in den basisch zugestellten Birnen eine entsprechend lange ist, so daſs der Prozeſs auch in dieser Richtung ein ökonomisch günstiger zu werden verspricht.

Die Güte der erhaltenen Producte ist eine vorzügliche und waren den ausgestellten Proben folgende Analysen beigegeben:

Roheisen Fluſseisen daraus
halbirt grau
Kohlenstoff 3,467 3,504 0,218 0,158
Silicium 0,915 1,563 0,050 0,065
Schwefel 0,099 0,083 0,063 0,058
Phosphor 1,994 1,514 0,014 0,007
Mangan 0,354 0,366 0,248 0,269

Im Laboratorium der Hütte von Couillet wurden mehrere Proben untersucht, welche folgende Zusammensetzung hatten:

Roheisen Fluſseisen daraus
Nr. 3 Nr. 5 halbirt
Si 2,500 1,600 0,900 0,110 0,130 0,120
P 1,800 1,900 1,990 Spur Spur Spur
S 0,070 0,080 0,099 0,080 0,008 0,017
Mn Spur Spur Spur 0,040 0,050 0,055

Den ausgestellten Festigkeitsproben mit Probestangen von 200mm konnten folgende Zahlen entnommen werden:

Elasticitäts-
grenze
Bruch-
grenze

Dehnung
Querschnitts-
abnahme
Schienen 29,0k/qmm
29,0
45,8k/qmm
47,5
15,5%
17,5
58,6%
61,4