Text-Bild-Ansicht Band 261

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Elasticitäts-
grenze
Bruch-
grenze

Dehnung
Querschnitts-
abnahme
Flachstahl 24,6k/qmm 42,3k/qmm 34,0% 58,8%

Blech parallel zur Walz-
richtung
1
2
3
4
28,5
27,6
22,0
27,7
41,4
39,6
44,1
43,3
20,0
13,0
13,5
10,5
?
?
39,6
40,0
Blech senkrecht zur Walz-
richtung
1
2
26,5
26,3
42,34
41,6
24,0
20,5
48,2
36,7

Aus den bis jetzt durchgeführten Versuchen und den dabei erhaltenen Zahlen kann man allerdings noch keinen verläſslichen Schluſs auf die ökonomischen Erfolge ziehen. Erweisen sich dieselben jedoch als vortheilhaft, wie dies in Hollerich mit Sicherheit erwartet wird, so ist dadurch die Möglichkeit geschaffen, noch eine bis jetzt nicht verwendete sehr billige Sorte von Roheisen, welche nahezu in beliebig groſsen Mengen erzeugt werden kann, auf Fluſseisen zu verarbeiten.

Ein eigenthümlicher Vorschlag wurde kürzlich von der Société des Aciéries de Longwy in Longwy (D. R. P. Nr. 33316 vom 28. November 1884) gemacht; er bezieht sich auf ein Verfahren zur Darstellung blasenfreien Fluſseisens durch die Verbindung des Bessemerprozesses mit einem Herdflammverfahren. Bekanntlich enthält das in der Birne hergestellte Fluſseisen Gase, welche aus Wasserstoff, Stickstoff, Kohlenoxyd und wenig Kohlensäure bestehen (vgl. 1884 251 83). Nach Versuchen in Longwy überwiegt beim basischen Fluſseisen der Wasserstoff, beim sauren Fluſseisen aber das Kohlenoxyd. Den Grund sucht man darin, daſs bei ersterem die Ausscheidung des Wasserstoffes und Stickstoffes aus seinen Verbindungen mit Eisen durch das in groſsen Mengen im Bade gelöste Eisenoxyd stattfindet. Der freie Wasserstoff und Stickstoff werden dann von dem in groſsen Mengen entweichenden Kohlenoxyde mechanisch mitgerissen. Demgemäſs muſs man es zu ermöglichen versuchen, Wasserstoff und Stickstoff beim Nachblasen durch das Eisenoxyd auszutreiben und das Kohlenoxyd abzuscheiden. In Longwy erreicht man diesen doppelten Zweck dadurch, daſs man mit einer Gruppe von sauren oder basischen Birnen eine derselben parallele Gruppe von Flammöfen mit saurem Herd verbindet. Man erzeugt in der Birne ein Eisen, welches hinreichend überoxydirt ist, um in einer entnommenen Probe augenscheinlich den rothbrüchigen Charakter eines Eisenoxyd in genügender Menge aufgelöst enthaltenden Eisens zu zeigen. Bei saurem Futter muſs das Verfahren bis über die Entkohlung hinaus fortgesetzt werden, ohne daſs man jedoch dabei das Futter zu sehr angreifen läſst, und bei basischem Futter verlängert man das Nachblasen bis über die völlige Entphosphorung hinaus. In beiden Fällen muſs man an den Proben erkennen, daſs das Eisenbad eine genügende Menge von Eisenoxyd in Lösung enthält, durch welches nun der Wasserstoff und Stickstoff aus dem Metallbade ausgetrieben wird, indem es die weniger widerstandsfähigen Wasserstoff und Stickstoffverbindungen zersetzt. Wasserstoff