Text-Bild-Ansicht Band 261

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blasenfrei sind. Man muſs zu diesem Zwecke für den Guſs nur den Augenblick benutzen, wo das leicht beim Entweichen des Kohlenoxydgases sich abkühlende Bad völlig ruhig geworden ist und nicht mehr aufwallt. In solchem Falle verbleibt das Eisen auch in der Form ruhig. Der Patentanspruch lautet: Das Verfahren, ein – durch Ueberblasen ohne Zuschläge – von Wasserstoff und Stickstoff mittels Einwirkung der gebildeten Eisenoxyde befreites Eisen in einem Flammofen mit hoher Temperatur unter Anwendung einer sauren Schlacke zu behandeln.

E. Baumann in Eberswalde (D. R. P. Nr. 34032 vom 23. December 1884) wendet für feuerfeste, basische Steine gebrannten Magnesit, Dolomit u. dgl. an. Das Bindemittel für diese Steine wird hergestellt, indem Thonerdesilicate (z.B. Thon) mit einer dem Kieselsäuregehalte entsprechenden Menge eines Fluormetalles, z.B. Fluſsspath, gemischt und bei Luftzutritt erhitzt werden. Hierbei kann man sowohl Platten des Gemisches unmittelbar bei mäſsigerer Temperatur, oder dasselbe in offenen Tiegeln oder Oefen erhitzen, oder aber Apparate verwenden, in denen Luft wie beim Bessemerprocesse durch die geschmolzene Masse geblasen wird. Bei genügend andauerndem Erhitzen erhält man dann Producte, welche angeblich völlig frei von Fluor sind. Gleichzeitig wird durch die Einwirkung des Fluors eine entsprechende Menge Kieselsäure zersetzt bezieh. als Fluorsilicium verflüchtigt. Das Verhältniſs der anzuwendenden Fluorverbindungen regelt man nach dem Kieselsäuregehalte des Silicates und verfährt so, daſs an Kieselsäure arme oder nahezu freie Producte entstehen. Dieselben enthalten dann vorwiegend Aluminate und leisten als Sintermittel, zu den genannten Rohstoffen hinzugefügt, gute Dienste. Zur Herstellung der Steine wird das gepulverte Sintermittel in wechselnden Mengen, in der Regel nicht über 5 Proc., dem gebrannten und gepulverten Magnesit, Dolomit u.s.w. zugesetzt. Das Gemisch wird dann mit so viel Wasser versetzt, daſs eine knetbare Masse entsteht, welche geformt und gebrannt wird. Die so gewonnenen Steine sollen im frischen Zustande durch Wasser nicht angegriffen werden und eine ziemlich lange Dauer haben.

In Stahl und Eisen, 1885 S. 775 findet sich ein Bericht von R. M. Daclen über den Betrieb der Gjers'schen Durchweichungsgruben (vgl. 1886 260 * 272) in den Darlington Steel Works in Darlington.

Danach hat das Stahlwerk 2 Birnen mit einem Fassungsraume von je 6t (Hämatit-) Roheisen. Dasselbe wird in 2 Kupolöfen niedergeschmolzen. Die Birne wird in eine Pfanne entleert, welche an einem Drehkrahne in Ketten hängt und ihren Inhalt durch Umkippen an eine auf einem Gieſskrahne stehende Pfanne abgibt. Aus dieser wird das Metall ohne Benutzung von Trichtern von oben in die Formen abgelassen; jede Post ergibt 8 bis 14 Blöcke von 280mm oder 320mm unterer Seitenlänge und 1220mm Höhe. Die Zahl der Posten beträgt 24 in 12 Stunden und wird zeitweise auf 28 bis 29 gesteigert, so daſs die Zahl der Blöcke 200 bis 400 beträgt bei einer Erzeugung von 150 bis 170t in der Schicht. Zwei kräftige Blockkrahne bestreichen die Gieſsgrube und geben die heiſsen Blöcke an zwei kleinere Erahne ab, durch welche dieselben einzeln auf Handwagen geladen werden. Jede Post wird halb unter