Text-Bild-Ansicht Band 261

Bild:
<< vorherige Seite

dem einen und halb unter dem anderen Blockkrahne vergossen, so daſs das Ausheben der ersten Hälfte der Blöcke etwa mit dem Gieſsen der zweiten beginnt und in Folge der gemeinschaftlichen Thätigkeit der Krahne diese Arbeit in möglichst kurzer Zeit beendet ist. Dieses Verfahren bietet für die Ausgleichungsgruben den groſsen Vortheil, daſs alle Blöcke mit fast gleicher Temperatur an diese abgegeben werden. Man sieht dabei weder heiſse Blöcke in der Nähe der Gieſsgrube lagern, noch Formen, welche in Folge zu langer Dauer zwischen dem Gieſsen und dem Abstreifen rothwarm geworden wären. Dieselben werden zu je zwei abgehoben, sobald die äuſsere Erstarrung genügende Tiefe erreicht hat, worauf dann sofort das Aufladen der Blöcke erfolgt. Auf diese Weise wird nicht nur die Verwerthung eines möglichst groſsen Theiles der inneren Wärme zur Verarbeitung der Blöcke erzielt, sondern auch die Belästigung der Arbeiter durch die ausstrahlende Wärme möglichst vermindert.

Um das Abheben der Formen möglichst zu beschleunigen, wird besonders darauf geachtet, daſs nur Formen mit ganz ebenen Flächen in Verwendung sind. Die Abnahme der Stärke des Blockes beträgt 30mm auf 1m Länge. Bis zu 360mm Seitenlänge wird das Gewicht einer Form so bemessen, daſs dasjenige des Blockes nicht überschritten wird. Die Entfernung zwischen dem Gieſsraume und den Ausgleichungsgruben beträgt etwa 50m. Bei diesen angelangt, bringt der Arbeiter den Block durch Aufrichten der Stange des Handwagens in eine geneigte Stellung, so daſs derselbe sofort, nach dem Angreifen der am Krahne hängenden Zange in die senkrechte Stellung gelangt und nach erfolgter Schwenkung in die Grube gelassen werden kann. Der Deckel derselben war vorher mittels eines auf zwei Rädern ruhenden Hebels abgehoben worden; der Verschluſs wird in gleicher Weise bewirkt.

Die Erfahrung hat gelehrt, daſs weiches Material länger in den Formen verbleiben muſs als härteres, wogegen bei ersterem die Dauer des Ausgleichens in den Gruben möglichst beschränkt wird. Am meisten wird der Betrieb bei dem unmittelbaren Auswalzen von Blöcken von 320mm Seitenlänge zu Schienen beschleunigt, wobei gewöhnlich die erste Hälfte der Blöcke bereits an die Gruben abgeliefert ist, wenn der letzte Block gegossen wird, während bei der Erzeugung von Drahtknüppeln dann erst das Ausheben beginnt. Für letztere ergab eine Post von 0,12 Proc. Kohlenstoffgehalt nachstehende Zeiteintheilung:

Das Entleeren der Birne, Zusetzen von Ferromangan, Um-
kippen der ersten Pfanne dauerte zusammen

4,5 Minuten.
Das Gieſsen von 13 Blöcken von 280mm Seitenlänge dauerte 9,5 „
Jeder Block blieb in der Form etwa 8 „
in der Ausgleichungsgrube 8 bis 12 Min.

Die Zeit vom Beginne des Gieſsens des ersten Blockes bis zur Entnahme desselben aus der Ausgleichungsgrube betrug 18,5 und dieselbe für den letzten Block 27 Minuten, so daſs nach 30 Minuten das Auswalzen der ganzen Post zu Knüppeln von 50mm Seitenlänge beendet war.

Es sind 22 Ausgleichungsgruben von 480mm Seitenlänge vorhanden, welche sich jedoch selten sämmtlich in Betrieb befinden, weil dieser auf eine möglichst geringe Zahl beschränkt wird. Meistens werden nur 16 benutzt; wenn indessen schwere Blöcke eines Materials von hohem Kohlenstoffgehalte verarbeitet werden, z.B. zur Herstellung von doppelköpfigen Schienen doppelter Länge, so sind alle Gruben in Thätigkeit. Eisen mit 0,5 Proc. Kohlenstoff erhärtet auſsen schnell, bleibt aber innen lange flüssig, so daſs ein längeres Verweilen der Blöcke in den Gruben erforderlich ist, um eine gleichmäſsige Erstarrung zu erzielen. Bei sehr angestrengtem Betriebe wird hierdurch eine so groſse Wärmemenge an die Wandungen der Gruben abgeliefert, daſs der Aufenthalt in letzterer verlängert werden muſs. In solchen Fällen hat man, um sich zu helfen, bereits mit offenen Gruben arbeiten müssen; dies ist indessen ebenso wenig zu empfehlen, als das Einsetzen der Blöcke zu verzögern; es ist vielmehr dann eine Vermehrung der Zahl der Gruben geboten, denn es soll die Ausgleichung vollkommener stattfinden und, je heiſser die Blöcke an die Gruben abgeliefert werden, desto sicherer wird dies erzielt.

Die Zahl der Arbeiter zur Bedienung dieser Gruben beträgt 4, wovon der erste den Block mittels Karren aufkippt, der zweite die Zange anlegt und den