Text-Bild-Ansicht Band 261

Bild:
<< vorherige Seite

etwa zu kalt erweisen sollten, sowie für vorgewalzte Blöcke, welche dem Lager entnommen werden, sind zwei Wärmöfen in Betrieb, in welche jedoch niemals ein roher Block eingesetzt wird. Das Tagesausbringen an Schienen und Knüppeln beträgt 250t, wovon etwa 20 Proc. durch Nachwärmen erzielt werden.

Der durch Abbrand herbeigeführte Verlust der Gesammterzeugung von 3 Monaten, während welcher etwa 70 Proc. Schienen, 20 Proc. Knüppel und 10 Proc. verschiedene Profile gewalzt wurden, betrug 1,2 Proc. Unter Berücksichtigung des gröſseren Antheiles der nachgewärmten Blöcke bleibt hiervon für die unmittelbar ausgewalzten Eisensorten ein Verlust von 1 Proc. Weitere Ermittelungen haben ergeben, daſs derselbe für die durch Ausgleichen und Vorwalzen in der Blockwalze erzielten Halbfabrikate nur 0,5 Proc. beträgt.

Bei der Vorarbeitung schwerer Blöcke durch Wärmeausgleichung ist der Verlust durch Abbrand noch wesentlich geringer, wie aus Angaben über den Betrieb der Stahl-Werke in Blochairn hervorgeht, welche früher bei der Herstellung von Brammen zu Blechen aus Blöcken von 1,5 bis 3t Gewicht 2,5 bis 2,75 Proc. Verlust hatten und diesen durch Ausgleichen der Wärme anstatt Wärmen in Oefen auf 0,02 Proc. vermindert haben. Es ist indessen unzweifelhaft, daſs die Ausgleichung auch mit Blöcken mittlerer Gröſse von 280 bis 300mm Seitenlänge, welche auf den kleinen Querschnitt von 50mm Seitenlänge heruntergewalzt werden, erfolgreich betrieben werden kann. Die hierbei erzielten Stangen haben eine Länge von etwa 40m und werden warm in Stücke von 1,5 bis 2m zerschnitten, was wegen der hoch bleibenden Temperatur ohne Schwierigkeit ausgeführt wird.

Die Vortheile des Wärmeausgleichungsbetriebes bestehen in der Verminderung des Verlustes an Abbrand, des Kohlenverbrauches, der Löhne und des Materialverbrauches gegenüber dem Ofenbetriebe, sowie des Verschleiſses an Formen und sind namentlich mit Rücksicht auf den heutigen geringen Verkaufspreis so bedeutend, daſs die Einführung derselben dadurch wohl begründet ist.

Ueber die Prüfung von Oelen.1)

L. Archbutt (Journal of the Society of Chemical Industry, 1886 S. 303) findet, daſs Maumené's Oelprobe unzuverlässig ist, wenn nicht immer in derselben Weise verfahren wird (vgl. 1886 260 281). Er führt daher die Prüfung immer nach folgender Vorschrift aus: 50g Oel werden in einem Becherglase von 200cc Inhalt genau gewogen; dann bringt man das Oel wie auch die Schwefelsäure durch Eintauchen der Gefäſse in Wasser auf gleichmäſsige Temperatur, setzt hierauf das Becherglas mit dem Oele in ein passendes, mit Baumwolle ausgestopftes Kästchen, läſst 10cc Schwefelsäure aus einer Pipette unter Umrühren mit dem Thermometer in das Oel einflieſsen und beobachtet die höchste Temperatur. Archbutt findet es nicht nothwendig, daſs man immer von der gleichen Temperatur ausgeht; dagegen ist es von Wichtigkeit, immer Schwefelsäure von gleicher Stärke, am besten von 97 Proc., zu benutzen.

Die sogen. Elaїdinprobe beruht bekanntlich auf Umwandlung nicht trocknender Oele in feste isomere Abarten unter dem Einflüsse von Salpetrigsäure.

Zur Herstellung des bei der Probe benutzten Reagens bringt Archbutt 18g Quecksilber in einen trockenen 50cc-Kolben und läſst 15cc,6 Salpetersäure

1)

Vgl. Ellis, E. Mills, Redwood u.a. 1888 260 282.