Text-Bild-Ansicht Band 261

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24. Juli 1885) entlastet die Saug- und Druckventile von Pumpen unter einander zum Zwecke der raschesten Umsteuerung genau am Ende des Kolbenhubes und vor Beginn eines neuen Hubes. Da hierbei die Ventile beim Hubwechsel nicht zum Schlusse kommen würden, so werden dieselben mit einander zwangläufig verbunden und von einer äuſseren Kraftquelle gesteuert. (Vgl. Riedler 1884 254 * 49.)

Fig. 4 Taf. 21 zeigt einen Schnitt durch den Ventilkasten einer doppelt wirkenden Pumpe. Die Saugventile a und b und die Druckventile c und d sind auf den Stangen g und h befestigt, welche durch Stopfbüchsen nach auſsen treten und durch den Hebel i verbunden sind. e ist das Saugrohr, f das Druckrohr; die Kammern A und B stehen mit den beiden Enden des Pumpencylinders in Verbindung. Die Anordnung Fig. 4 stellt das untere linke Saugventil a und das rechte obere Druckventil d geöffnet dar; der Kolben der Pumpe bewegt sich also von links nach rechts. Die Ventile sind so eingerichtet, daſs bei den Säugventilen die äuſseren Deckplatten stets etwas gröſser sind als die inneren Platten für die zwischengelegten Gummischeiben der Druckventile, und die Folge hiervon ist, daſs der Bewegung der vier Ventile je nach der Gröſse der letztgenannten Platten und ohne Berücksichtigung der geringen Reibung in Stopfbüchsen und Gelenken gar kein oder ein beliebig zu gestaltender Widerstand entgegengebracht werden kann.

Um nun zu verhindern, daſs bei der Bewegung der Ventile und während des Hubes derselben alle vier gleichzeitig geöffnet sind, macht man die inneren Platten der Saugventile sowie die der Druckventile so groſs wie die Sitzöffnung und von einer Höhe, welche um ein Geringes den halben Hub der Ventile überschreitet und, wie hierdurch in der Mittellage alle Ventile als geschlossen zu betrachten sind, so bleiben stets, wenn a und d sich öffnen, b und c geschlossen und umgekehrt. Damit der gesteuerte Hebel i einen gleichmäſsigen Druck auf den Schluſs der Ventile ausübt, sind Gummiplatten oder Federn angebracht. Durch den mit dem Gewichte m belasteten Hebel ki wird der Schluſs der Ventile beschleunigt.

Fig. 6 Taf. 21 zeigt eine andere Anordnung solcher gesteuerter Ventile. Der Ventilkasten ähnelt im Aeuſseren der bekannten Form liegender doppelt wirkender Pumpen. Hier sind jedoch, abweichend von der in Fig. 4 dargestellten Form, je ein Saug- und ein Druckventil durch eine Stange g oder h verbunden. Die linke Ventilkammer mündet in das linke Pumpenende, die rechte in das rechte Ende der Pumpe; e ist das Saug- und f das Druckrohr. Die eigentlichen Ventile sind hier durch Gummischeiben mit dazwischen gelegter Metallplatte gebildet. Das rechte Saug- und das linke Druckventil sind geöffnet; der Pumpenkolben soll sich also von rechts nach links bewegen. Das rechte Druckventil wird durch die Steuerung und den auf a lastenden gröſseren Druck geschlossen gehalten.