Text-Bild-Ansicht Band 261

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links bewegt, während gleichzeitig, da h1 sich von g1 entfernt, der letztere Kolben sich ebenfalls nach links verschiebt; die Steuerkolben gehen in die gezeichnete Stellung zurück und das beschriebene Spiel beginnt von Neuem.

Damit der Treib- und Pumpencylinder und die Lederstulpen der Kolben nicht rasch abgenutzt werden, ist es nothwendig, daſs reines Kraftwasser zur Verfügung stehe und daſs die Pumpe nur sandfreies Wasser zu heben habe, weshalb es sich empfiehlt, das gesammelte Grubenwasser in einem Klärbehälter in der Grube zu reinigen.

Der Treib- und der Pumpencylinder haben unten Ansätze q, welche auf einem guſseisernen Grundrahmen festgeschraubt und verkeilt werden; der letztere ist durch 6 Schrauben auf einem Holzrahmen befestigt. Die ganze Maschine wird in einem hölzernen Kasten gelagert, die Saug- und Steigröhren werden bedeckt, damit dieselben beim Sprengen in der Nähe nicht durch herumfliegende Gesteinstücke beschädigt werden. Die Maschine kann beim Abteufen durch Verlängerung der Röhren gesenkt werden. Nachfolgend sind die Gröſsenverhältnisse dieser Pumpen für verschiedene Mengen von zu hebendem Wasser, sowie für verschiedene Gefällhöhen der Maschine und Druckhöhen der Pumpe zusammengestellt; von denselben sind die unter I und II angegebenen ausgeführt:

I II III IV V
Durchmesser des Treibcylinders mm 105 100 140 140 140
Durchmesser des Pumpencylinders mm 100 80 150 150 200
Gemeinschaftlicher Hub mm 300 130 300 300 300
Gewöhnliche Zahl Kolbenhübe in 1 Min. 37 60 60 60 60
Kraftwasserdruck at 6 6 13 13 13
Kraftwasserverbrauch in 1 Min. l 133 76 300 300 300
Gehobene Wassermenge in 1 Min. l 189 112 400 500 600
Förderhöhe für das gehobene Wasser m 20 32 50 50 50
Nutzleistung der Pumpen Pferd 0,84 0,79 4,4 5,5 6,6
Bruttokraft 1,77 1,01 8,6 8,6 8,6
Wirkungsgrad Proc. 48 78 51 65 77
Gewicht der Maschine k 455 268

Für 30 Kolbenhübe in 1 Minute wird der Durchmesser des Treibcylinders bei den Pumpen III bis V 200mm, jener der Pumpencylinder 230 bezieh. 260 und 290mm. Es beträgt die Nutzleistung dieser Wassersäulen-Maschinenpumpen 48 bis 78 Procent der erforderlichen Betriebskraft.

Nach Mittheilungen von W. Theis in Palermo in der Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure, 1886 Bd. 30 * S. 198 haben die Schwefelgruben in Sicilien erst in neuerer Zeit zur Entwässerung Dampfpumpen erhalten. Dieselben sind in lothrechten Abständen von 40 zu 50m aufgestellt und der Dampf wird meistens von Kesseln geliefert, welche sich auſserhalb der Grube befinden; doch sind auch in einzelnen Fällen die Dampfkessel in die Bergwerke eingebaut. Die Bleche wurden in diesen Fällen wegen der Engheit der Gänge an Ort und Stelle zusammengenietet und für den Abzug der Verbrennungsgase ein langer Kanal durch das Gebirge nach oben geschlagen. Die Anwendung der