Text-Bild-Ansicht Band 261

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Dampfpumpe bietet der früher allgemein angewandten Wasserhaltungsweise (durch Handpumpen) gegenüber bedeutende Vortheile: doch stellt sich deren Wartung bei gröſseren Teufen als umständlich und kostspielig heraus, weil hier mehrere Pumpen im Betriebe gehalten werden müssen. Der Gedanke war deshalb nahe gelegt, eine Dampfpumpe zu bauen, welche den besonderen Anforderungen der Schwefelgruben entsprechen und zugleich unter bedeutendem Drucke arbeiten könnte, ohne Gefahr für die Stetigkeit des Betriebes.

Die in Fig. 8 und 9 Taf. 21 abgebildete Pumpe arbeitet seit mehr als einem Jahre unter dem Drucke von 125m Teufe bei einer vielfach gekrümmten Druckleitung von etwa 170m Länge, ohne Veranlassung zu Beschwerden gegeben zu haben. Aus der Zeichnung ist ersichtlich, daſs man bei dem Entwürfe bestrebt war, Einfachheit mit Widerstandsfähigkeit zu verbinden. In Anbetracht der stark schlammigen und ätzenden Wasser sind die Durchgänge für dasselbe sehr weit gehalten und die Berührungswände mit Anstrich versehen, welcher der zerstörenden Einwirkung der schwefligen Säure und des Schwefelwasserstoffes widersteht. Die Form des Kolbens und der Ventile sowie deren Liderungen sind der bedeutenden Druckhöhe angepaſst und letztere entsprechen auſserdem dem Zustande der Wasser. Der Dampfkolben steht in unmittelbarer Verbindung mit dem Pumpenkolben; trotzdem ist aber des regelmäſsigen und sicheren Ganges wegen die Hilfsdrehung mit Schwungrad beibehalten und in eigenthümlicher Weise angeordnet. Auch ist Rücksicht daraufgenommen, daſs die einzelnen Theile leicht zusammengestellt oder aus einander genommen werden können, daſs Ventile und Kolbenliderung leicht zugänglich und leicht auswechselbar seien.

Der Abgangsdampf, welcher dem Cylinder entströmt und unter keinen Umständen in die Grube dringen darf, wird in einem Röhrencondensator zu Wasser verdichtet. Das Kühlwasser erhält man von der Dampfpumpe selbst, indem man die Druckleitung durch den Condensator führt.

In Anbetracht der ausgedehnten Dampfleitung und unter der Voraussetzung einer nicht allzu eifrigen Wartung hielt man ferner die Verwendung eines selbstthatigen Condensationswassertopfes für nöthig; derselbe ist so eingerichtet, daſs der Schwimmer erst dann das Auslaſsventil öffnet, wenn der Behälter fast ganz gefüllt ist und daſs das Ventil erst kurz vor vollständiger Entleerung wieder geschlossen wird. Hierdurch wird das beständige Oeffnen und Schlieſsen vermieden, welches rasche Abnutzung der betheiligten Stücke und somit Undichtheit zur Folge haben würde.