Text-Bild-Ansicht Band 261

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oder die Fabrikmarke der betreffenden Fabrik mit deutlicher Schrift tragen.

Da der Preis für 1 Faſs gestellt wird, so ist ein einheitliches Gewicht im Interesse der Abnehmer und des reellen Geschäftes dringend geboten. Hierzu ist das weitaus gebräuchlichste und im internationalen Verkehre fast ausschlieſslich geltende Gewicht von 180k brutto gewählt worden.

Nachdem die wesentlich billigere Verpackung in Säcken für sehr viele Fälle sich vollständig bewährt hat, ist diese Verpackungsweise wegen der groſsen, für den Abnehmer zu erzielenden Ersparniſs, namentlich für gröſsere Lieferungen besonders zu empfehlen.

II) Bindezeit: Je nach der Art der Verwendung kann Portlandcement langsam oder rasch bindend verlangt werden. Als langsam bindend sind solche Cemente zu bezeichnen, welche in 2 Stunden oder erst in längerer Zeit abbinden.

Um die Bindezeit eines Cementes zu ermitteln, rühre man den reinen langsam bindenden Cement 3 Minuten, den rasch bindenden 1 Minute lang mit Wasser zu einem steifen Breie an und bilde auf einer Glasplatte durch nur einmaliges Aufgeben einen etwa 1cm,5 dicken, nach den Rändern hin dünn auslaufenden Kuchen. Die zur Herstellung dieses Kuchens erforderliche Consistenz des Cementbreies soll so beschaffen sein, daſs der mit einem Spatel auf die Glasplatte gebrachte Brei erst durch mehrmaliges Aufstoſsen der Glasplatte nach den Rändern hin ausläuft, wozu in den meisten Fällen 27 bis 30 Proc. Anmachwasser genügen. Sobald der Kuchen so weit erstarrt ist, daſs derselbe einem leichten Druck mit dem Fingernagel widersteht, ist der Cement als abgebunden zu betrachten.

Für genaue Ermittelung der Bindezeit und zur Feststellung des Beginnes des Abbindens, welche bei rasch bindenden Cementen von Wichtigkeit ist (da diese vor dem Beginne des Abbindens verarbeitet sein müssen), bedient man sich einer Normalnadel von 300g Gewicht und 1qmm Querschnitt. Man füllt einen auf eine Glasplatte gesetzten Metallring von 4cm Höhe und 8cm lichtem Durchmesser mit dem Cementbreie von der oben angegebenen Consistenz und bringt denselben unter die Nadel. Der Augenblick, in welchem die Normalnadel den Cementkuchen nicht mehr gänzlich zu durchdringen vermag, gilt als der „Beginn des Abbindens“. Die Zeit, welche verflieſst, bis die Normalnadel auf dem erstarrten Kuchen keinen merklichen Eindruck mehr hinterläſst, ist die „Bindezeit“.

Da das Abbinden von Cement durch die Temperatur der Luft und des zur Verwendung gelangenden Wassers beeinfluſst wird, insofern hohe Temperatur dasselbe beschleunigt, niedere Temperatur es dagegen verzögert, so sollten die Versuche, um zu übereinstimmenden Ergebnissen zu gelangen, bei einer mittleren Temperatur des Wassers und der Luft von etwa 15 bis 18° vorgenommen, oder, wo dies nicht angängig, die jeweiligen Temperaturverhältnisse in Berücksichtigung gezogen werden.

Während des Abbindens darf langsam bindender Cement sich nicht wesentlich erwärmen, wohingegen rasch bindende Cemente eine merkliche Temperaturerhöhung aufweisen können.

Portlandcement wird durch längeres Lagern langsamer bindend und gewinnt bei trockener zugfreier Aufbewahrung an Bindekraft. Die noch vielfach herrschende Meinung, daſs Portlandcement bei längerem Lagern an Werth verliere, ist daher eine irrige und es sollten Vertragsbestimmungen, welche nur frische Waare vorschreiben, in Wegfall kommen.

III) Volumbeständigkeit: Portlandcement soll volumbeständig sein. Als vorläufige, eine rasche Beurtheilung gestattende Probe wird die Darrprobe empfohlen. Als entscheidende Probe soll gelten, daſs ein auf einer Glasplatte hergestellter und vor Austrocknung geschützter Kuchen aus reinem Cement, nach 24 Stunden unter Wasser gelegt, auch nach längerer