Text-Bild-Ansicht Band 261

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Wasser gebracht und man hat nur darauf zu achten, daſs dieselben während der ganzen Erhärtungsdauer vom Wasser bedeckt bleiben.

b) Maschinelle Anfertigung: Nachdem die mit dem Füllkasten versehene Form auf der Unterlagsplatte durch die beiden Stellschrauben festgeschraubt ist, werden für jede Probe 180g des wie vorher hergestellten Mörtels in die Form gebracht und wird der eiserne Formkern eingesetzt. Man gibt nun mittels des Schlagapparates von E. Böhme (vgl. 1885 256 * 491. 258 511) mit dem Hammer von 2k 150 Schläge auf den Kern. Nach Entfernung des Füllkastens und des Kernes wird der Probekörper abgestrichen und geglättet, sammt der Form von der Unterlagsplatte abgezogen und im Uebrigen behandelt wie unter a.

Bei genauer Einhaltung der angegebenen Vorschriften geben Handarbeit und maschinelle Anfertigung gut übereinstimmende Ergebnisse. In streitigen Fällen ist jedoch die maschinelle Anfertigung eine maſsgebende.

Druckproben: Um bei Druckproben an verschiedenen Versuchsstellen zu übereinstimmenden Werthen zu gelangen, ist maschinelle Anfertigung erforderlich. Man wiegt 400g Cement und 1200g trockenen Normalsand ab, mischt beides in einer Schüssel gut durch einander, bringt 160cc = 160g Wasser hinzu und arbeitet den Mörtel 5 Minuten lang tüchtig durch. Von diesem Mörtel füllt man 860g in die mit Füllkasten versehene und auf die Unterlagsplatte aufgeschraubte Würfelform. Man setzt den eisernen Kern in die Form ein und gibt auf denselben mittels des Böhme'schen Schlagapparates mit dem Hammer von 2k 150 Schläge. Nach Entfernung des Füllkastens und des Kernes wird der Probekörper abgestrichen und geglättet, mit der Form von der Unterlagsplatte abgezogen und im Uebrigen behandelt wie unter a.

Anfertigung der Proben aus reinem Cement: Man ölt die Formen auf der Innenseite etwas ein und setzt dieselben auf eine Metall- oder Glasplatte (ohne Flieſspapier unterzulegen). Man wiegt nun 1000g Cement ab, bringt 200g = 200cc Wasser hinzu und arbeitet die Masse (am besten mit einem Stempel) 5 Minuten lang durch, füllt die Formen stark gewölbt voll und verfährt wie unter a. Die Formen kann man jedoch erst dann ablösen, wenn der Cement genügend erhärtet ist.

Da beim Einschlagen des reinen Cementes Probekörper von gleicher Consistenz erzielt werden sollen, so ist bei sehr feinem oder bei rasch bindendem Cement der Wasserzusatz entsprechend zu erhöhen. Der angewendete Wasserzusatz ist bei Nennung der Festigkeitszahlen stets anzugeben.

Behandlung der Proben bei der Prüfung: Alle Proben werden sofort nach der Entnahme aus dem Wasser geprüft. Da die Zerreiſsungsdauer von Einfluſs auf das Ergebniſs ist, so soll bei der Prüfung auf Zug die Zunahme der Belastung während des Zerreiſsens 100g in der Secunde betragen. Das Mittel aus den 4 besten Zugproben soll als die maſsgebende Zugfestigkeit gelten.

Bei der Prüfung der Druckproben soll, um einheitliche Ergebnisse zu wahren, der Druck stets auf 2 Seitenflächen der Würfel ausgeübt werden, nicht aber auf die Bodenfläche und die bearbeitete obere Fläche. Das Mittel aus den 4 besten Proben soll als die maſsgebende Druckfestigkeit gelten.

Schreib's Verfahren zur Herstellung von Ammoniaksoda.

Mit Abbildung.

Nach H. Schreib in Salzuflen (* D. R. P. Kl. 75 Nr. 36093 vom 14. Juni 1885) werden bei der jetzt gebräuchlichen Darstellung von Soda höchstens 60 Procent des angewendeten Natriumchlorides in Natriumbicarbonat umgesetzt. Das in den ammoniakalischen Salzlaugen im Ueberschusse vorhandene Ammoniak geht bei der Sättigung mit Kohlensäure nach seiner Umwandlung in Ammoniumbicarbonat die gewünschte Reaction