Text-Bild-Ansicht Band 261

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und es tritt eine Entlastung ein, welche zur Folge hat, daſs sich, sobald in der Kammer b der Druck nach beendeter Füllung wieder steigt, das Ventil c hebt und Dampf einläſst, um so mehr, als der Kolben e im Allgemeinen einem gewissen kleinen Ueberdrucke nach oben unterliegt. Sobald Dampf in die Kammer b tritt und in derselben eine Druckerhöhung stattfindet, theilt sich diese durch l allmählich auch der Kolbenoberseite mit; es steigt die Belastung derselben und diese unterstützt in dem Augenblicke, wo die plötzliche Druckverminderung in der Kammer b erfolgt, welche immer nach ihrer völligen Entleerung eintritt, das sofortige Sinken des Ventiles c auf seinen Sitz. Da in der unteren Stellung des Ventilkolbens e bei geschlossenem Ventile c kein höherer Druck als derjenige der Atmosphäre in dem Raume über dem Ventile c sich entwickeln kann, so muſs die Entlastung bis zum Atmosphärendrucke mit Sicherheit vor sich gehen. Hieraus folgt, daſs bei der vorliegenden Steuerung etwaige Undichtheiten des Kolbens ohne schädlichen Einfluſs bleiben. Um nun zu vermeiden, daſs beim Umsteuern nach unten der Druck über dem Kolben e vorzeitig entweicht, ehe das Ventil c ganz oder nahezu ganz abgedichtet hat, ist an der Kolbendecke m ein Zapfen angebracht, welcher die Bohrung n erst freilegt, nachdem das Ventil c schon nahezu auf seinen Sitz gesunken ist.

Bei einer anderen, in Fig. 6 und 7 Taf. 24 in zwei verschiedenen Ausführungen dargestellten Anordnung (* D. R. P. Nr. 34118 vom 21. Februar 1885) bewegt sich der Entlastungskolben e in dem oben offenen Cylinder k. Die in der Zwischenwand g dicht geführte Ventilspindel i hat nach Fig. 7 noch ein Gegenventil d erhalten, während in Fig. 6 statt dessen Kanäle in der Ventilspindel i vorgesehen sind.

Wenn in Fig. 7 das Ventil c geöffnet ist, so ist das Ventil d geschlossen und der Zutritt des Dampfes nach dem Kolben e hin abgesperrt; der Dampf unter dem Kolben e entweicht nun durch die Nuth h in letzterem nach der Atmosphäre. Tritt nun nach erfolgter Entleerung der Kammer b eine geringe Druckverminderung in derselben ein, so fällt durch den Dampfdruck das Ventil c sofort nieder und sperrt den ferneren Dampfeintritt ab, worauf eine Luftleere entsteht und die Kammer b ansaugt. In dieser Lage ist das Ventil d unter die Führung g gekommen und Dampf kann nun wieder unter den Kolben e treten, wodurch nach und nach eine nahezu vollständige Entlastung des Ventiles c eintritt, derart, daſs, wenn die Kammer b voll und die Luftleere damit vernichtet ist, das Ventil c sich wieder hebt und Dampf in die Kammer b hineinströmt, worauf das Spiel sich wiederholt.

Anstatt der Nuth h im Kolben e könnte auch eine kleine Bohrung in demselben oder in der Cylinderwand angebracht sein, welche verstellbar zu machen wäre. Im Ventile c könnte ebenfalls eine kleine Bohrung sich befinden, welche fortwährend eine geringe Menge Dampf in die Kammer b treten läſst.