Text-Bild-Ansicht Band 261

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Reid macht noch folgende Angaben über die Herstellungskosten von Zellstoff aus Holz und aus Espartogras:

Holz 3t Holz zu 25 M. für 1t 75,00 M.
Mechanische Bearbeitung, 7,50 M. für 1t 22,50
Aetznatron, 25 Proc. des Holzgewichtes, 20 M. für 100k 150,00
Waschen, Bleichen u.s.w., 5 M. für 1t 15,00
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262,50 M.
20 Proc. unvorhergesehene Kosten 52,50
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315,00 M.
50 Proc. des Sodawerthes wiedergewonnen 75,00
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240,00 M.

1t Natron-Holzzellstoff kostet also 240 M., wenn angenommen wird, daſs das Holz nur ⅓ seines Gewichtes Zellstoff ergibt.

Espartogras, wobei angenommen wird, daſs dasselbe die Hälfte seines Gewichtes Zellstoff ergibt:

2t Esparto zu 120 M. für 1t 240,00 M.
Mechanische Behandlung, 5 M. für 1t 10,00
Aetznatron, 10 Proc. des Espartogewichtes 40,00
Waschen, Bleichen u.s.w., 3 M. für 1t 6,00
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296,00 M.
10 Proc. unvorhergesehene Kosten 29,60
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325,60 M.
50 Proc. Soda wiedergewonnen 20,00
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1t Esparto-Zellstoff kostet daher 305,60 M.

Carl Ferd. Dahl in Danzig (Oesterreichisch-Ungarisches Patent vom 19. Oktober 1884) gibt ein Verfahren zur Gewinnung von Zellstoff aus Holz, Stroh, Alfa u.s.w. durch Kochen mit einer Lösung, welche Natriumsalze in vier verschiedenen Verbindungen, als schwefelsaures und kohlensaures Natron, Natronhydrat und Schwefelnatrium, enthält, ferner ein Verfahren zur Bereitung der Kochlösung aus schwefelsaurem Natron und dem aus den Kochlaugen wiedergewonnenen gleichen Stoffe durch Kochen mit Kalk an. Das Kochen wird in schmiedeisernen Gefäſsen ohne Bleiauskleidung unter Dampfdruck vorgenommen und erfordern 100k mitteltrockenes Kiefernholz etwa 26k, Stroh, Alfa und Esparto 10 bis 12k obiger Salze in Lösung.

Kiefern-, Fichten- und Tannenholz erfordern 5 bis 10at Dampfdruck, wobei die Stärke der Natriumsalzlösung 6 bis 14° B., die Kochzeit 30 bis 4 Stunden beträgt. Stroh, Alfa und Esparto erfordern 2 bis 5at Dampfdruck, Stärke der Natriumlösung 5 bis 8° B. und eine Kochdauer von 8 bis 3 Stunden.

Nach beendeter Kochung wird die braunschwarze Lauge behufs späterer Wiedergewinnung der Natriumsalze in eiserne Behälter abgeblasen, der zurückbleibende Zellstoff entweder im Kocher, in Shanks'schen Kästen o. dgl. mit warmem Wasser ausgewaschen, im Holländer in bekannter Weise zu Papierbrei verarbeitet und mit Chlorkalklösung gebleicht. Die Farbe des ungebleichten Stoffes ist graugelblich, die des gebleichten Stoffes hochweiſs oder schwach, aber rein gelblich, je nach dem Grade der Bleiche.