Text-Bild-Ansicht Band 261

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Zur Darstellung der Natriumlösung dient schwefelsaures Natron (Natronsulfat). Das Sulfat wird, in Wasser aufgelöst, mit 20 bis 23 Proc. gebranntem Kalk gekocht. Die in dieser Weise bereitete Lauge ist schon zum Kochen brauchbar, erhält jedoch ihre richtige Zusammensetzung durch Zugabe der aus der Sulfatlösung nach dem Kochprozesse wiedergewonnenen Salze. Die gebrauchte Lauge wird zur Wiedergewinnung im Abdampfofen eingedickt, stark calcinirt und nach stattgefundener Entgasung aus dem Ofen gescharrt, dann ausgewaschen und die Lösung zum Bereiten neuer Lauge verwendet. Zur Gewinnung reiner Salze ohne Kohlenbeimischung zieht man die eingedickte Lauge aus dem Abdampfofen heraus und läſst dieselbe im Schmelzofen bei dunkler Rothglut abbrennen. Die geschmolzene Masse nimmt nach dem Erkalten eine rothbraune Färbung an, ist in Wasser leicht löslich und hat annähernd folgende Zusammensetzung: 16 Proc. schwefelsaures Natron, 50 Proc. kohlensaures Natron, 20 Proc. Natronhydrat, 10 Proc. Schwefelnatrium, 4 Proc. verschiedene unwesentliche Stoffe. Diese Zusammensetzung ist sehr veränderlich, je nach den Eigenschaften des gekochten Materials, jedoch ohne die auflösende Kraft der daraus später hergestellten Lösung zu beeinträchtigen.3)

Das Verhältniſs der in der Kochlösung enthaltenen Salze ist durchschnittlich: 37 Proc. schwefelsaures Natron, 8 Proc. kohlensaures Natron, 24 Proc. Natronhydrat, 28 Proc. Schwefelnatrium, 3 Proc. verschiedene Verbindungen. Diese Zusammensetzung ist sehr veränderlich, je nach den Eigenschaften des zu kochenden Materials. Die Ueberführung des bekannten Soda- bezieh. Natronhydrat-Verfahrens in das beschriebene Sulfatverfahren geschieht in der Weise, daſs man bei der Laugenbereitung den Verlust des Natronhydrates durch Sulfat statt durch Soda ersetzt und dann allmählich mit dem Schwinden des Hydrates die Zugabe an Kalk beim Kochen der Lösung von 45 Proc. auf 20 bis 23 Proc. herabmindert.

3)

Das wiedergewonnene Salz ist baldmöglichst aufzulösen oder den Einflüssen der atmosphärischen Luft zu entziehen. Durch den Koch- und Wiedergewinnungsprozeſs gehen 10 bis 15 Procent der in Lösung gewesenen Salze verloren. Im gewöhnlichen Betriebe ersetzt man bei der Laugenbereitung den Verlust durch schwefelsaures Natron. Es kommen zur Auflösung 85 bis 90 Proc. wiedergewonnenes Salz, 15 bis 10 Proc. Sulfat, welche Mischung, mit 20 bis 23 Proc. gebranntem Kalk gekocht, die richtige Lauge gibt.

Bei 10 Proc. Verlust nimmt man zur Bereitung der Kochlauge eine abgeklärte, Wasser haltige Lösung, in welcher 90k wiedergewonnenes Salz enthalten sind, setzt 10k Sulfat zu und kocht die Lösung, in welcher 100k Salze in vorbeschriebenem Verhältnisse enthalten sind, mit 20k gebranntem Kalk.

Beträgt der Verlust 15 Proc., so kommen auf 85k wiedergewonnenes Salz 15k Sulfat, welche mit 23k Kalk gekocht werden.

Bei 20 Proc. Verlust gelangen 80k wiedergewonnenes Salz, 20k Sulfat zur Auflösung, die man mit 25k Kalk zusammenkockt.

Will man 25 Proc. Sulfat zusetzen, so kommen 75k wiedergewonnenes Salz, 25k Sulfat und 28k gebrannter Kalk zur Auflösung. Bei gleichmäſsigem Betriebe soll die äuſserste Grenze des Zusatzes an Sulfat 30 Proc. betragen: 70k wiedergewonnenes Salz, 30k Sulfat, 32k gebrannter Kalk.