Text-Bild-Ansicht Band 261

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Bei dem Natron-Verfahren zur Herstellung von Zellstoff will C. A. Hesse in Dampfsägewerk Zellwald bei Siebenlehn in Sachsen (* D. R. P. Nr. 35854 vom 15. August 1885) die chemische Behandlung und darauf folgende mechanische Bearbeitung in einem Apparate vornehmen. Die hierzu benutzte Verbindung eines Kochers mit den Mahlvorrichtungen für die weich gekochten Holzstücke veranschaulicht Fig. 20 Taf. 25. Der stehende cylindrische Kochkessel a besitzt einen Siebboden b, über welchem das auf der Achse w befestigte Schaufelkreuz c wegstreicht und dabei die weichen Holzstücke durch die Oeffnungen des Bodens drängt. Am unteren Ende der Achse w sitzt eine Kurbel d, welche den Quetschklotz e an der Wand des Trichters e1 herumführt (vgl. Motte's Mörsermühle 1878 227 * 57), wodurch die kleinen Holzstückchen zerdrückt werden. Der Klotz e stützt sich auf einen Kugelzapfen und letzterer ist in der Höhe verstellbar, um sowohl das Zerquetschen zu regeln, als den Kocher unten abzuschlieſsen. Hierzu liegt das den Zapfen tragende Kreuz f mit seinem nach einer Schraubenlinie geformten Rande auf einem gleich geformten Absatze des Cylinders g auf. Wird das Kreuz f mittels des Zahnrades h verdreht, so bewegt sich f und damit der Kugelzapfen auf und ab. Damit dabei die Zähne von h nicht aus der Verzahnung des Kreuzes f treten, verläuft die Verzahnung des Rades h spiralförmig. Auf der wagerechten, in dem Lager p unverschiebbar gehaltenen Achse l sitzt der mit gewundenen Riffelungen versehene Kegel n, welcher sich in einem gleich geriffelten Hohlkegel m dreht. Durch die Verschiebung des Lagers p mittels der Schraube o kann der Zwischenraum der Mahlflächen von n und m verändert werden. Von den mit dem Dampfstrahlapparate q verbundenen Rohrleitungen führt t in den Laugenbehälter L, u nach einem Abfluſskanale und y nach dem Dampfkessel.

Das Verfahren mit diesem Apparate soll nun folgendermaſsen verlaufen: Nachdem der Kocher a mit zerkleinertem Holze angefüllt und die Halbkugel des Quetschwerkes dampfdicht gegen den Kugelsitz geschraubt ist, öffnet man die Ventile v1, v2, v3 und treibt mittels des Dampfstrahlapparates q die Lauge aus dem Behälter L in den Kocher, bis dieselbe durch den Hahn x ausflieſst, welcher darauf sammt den Ventilen v2 und v3 geschlossen wird. Durch weitere Einführung des Dampfes wird die Lauge eine Zeit lang im Kochen erhalten und dann durch die Ventile v3, v5 und v2 abgelassen. Hiernach wird Ventil v5 und v6 geschlossen, Ventil v1 und v4 geöffnet und mit dem Dampfstrahlapparate ein Gemisch von Dampf und heiſser Luft, deren Temperatur weit über der Temperatur des gesättigten Dampfes liegt, eingeführt. Der auf diese Weise überhitzte Dampf von etwa 5at Spannung soll leichter in die Zellen des Holzes eindringen und die verholzten Zellwände auflösen. Sobald eine entnommene Probe zeigt, daſs das Holz genügend aufgeschlossen ist, wird der Klotz e etwas niedergelassen und das Quetschwerk sowie der Kegel n in Umdrehung versetzt. Die Holzstücke werden nun von dem Rührer c durch die Löcher im Boden b hindurchgedrängt und fallen durch den Trichter in das Quetschwerk, wo sie vollständig zerquetscht durch das Kreuz f zum Kegel n gelangen. Die zwischen diesem Kegel n und dem Mantel m zerfaserte dickbreiige Masse wird durch den Stutzen s1 hinausgedrückt. Durch die Leitung s2 tritt der Dampf aus, welcher noch zur Heizung des Trockenraumes verwendet werden kann.

Bei Herstellung von Zellstoff mittels Sulfiten soll bei dem Verfahren