Text-Bild-Ansicht Band 261

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Bohrung zur Ausfluſsstelle treten kann. Ist aber der Kegel a ganz in den Sitz eingetreten, so wird durch diesen auch die Oeffnung b geschlossen, so daſs jetzt volle Absperrung des Wassers eintritt.

Um bei Wasserleitungsventilen mit Gummidichtung einen langsamen Schluſs zu erzielen, gibt Heinr. Kaiser in Höchst a. M. (* D. R. P. Nr. 34670 vom 22. Juli 1885) der Sitzfläche oder der Ventilfläche, welche aus Metall bestehen, eine wellenförmige Gestalt, so daſs die Wellen radial liegen. Wird nun ein derartiges Ventil geschlossen, wobei sich die Gummidichtung auf die ihr gegenüber liegende Wellenfläche legt, so kann beim beginnenden Schlusse noch Wasser durch die Wellenthäler durchdringen. Die Durchgangsöffnungen verkleinern sich aber in demselben Maſse, als der Wasserdruck auf das Ventil gröſser wird, weil dieser die Gummidichtung immer tiefer in die Wellenthäler drückt, bis letztere ganz ausgefüllt sind und damit der Schluſs des Ventiles beendet ist.

Gust. Richert in Gothenburg, Schweden (* D. R. P. Nr. 34876 vom 26. September 1885) ordnet zur Vermeidung von Wasserstöſsen vor jedem Ausfluſshahne einen besonderen Apparat an. Der Einlaſskanal a (Fig. 5 und 6 Taf. 27) des Apparates wird an die Wasserleitung angeschlossen, während mit dem Auslaſskanale b der Abfluſshahn verbunden wird. Der Auslaſskanal b ist nach innen trichterförmig erweitert und die mit dem Kanäle a in Verbindung stehende Düse a1 mündet in diese Erweiterung von b aus und bildet einen Strahlapparat, der mit der unteren Abtheilung A1 des Apparates verbunden ist. Zwischen diese und die Abtheilung A2 ist eine fein durchlochte Scheidewand c eingeschaltet und eine Luftauslaſsöffnung e gestattet die Verbindung der Abtheilung A2, in welcher eine Schwimmkugel d aus Kautschuk zum Verschlüsse der Oeffnung e angeordnet ist, mit der oberen Abtheilung A3, deren Luftloch f nach auſsen unter der Kappe B ausmündet. Bei geschlossenem Hahne füllt das Wasser die Räume A1 und A2 und drückt dann die Schwimmkugel d gegen die Oeffnung e. Oeffnet man nun den Leitungshahn, so strömt das Wasser durch den Strahlapparat a1 b aus und dadurch wird aus der Abtheilung A2 das Wasser vollständig und aus der Abtheilung A1 zum Theile entfernt. In Folge dessen fällt die Schwimmkugel d und das Luftloch e ist dann offen. Schlieſst man jetzt den Hahn, so strömt das Wasser von a nach A1 über und drückt einen Theil der Luft durch e und f aus dem Apparate hinaus. Das Wasser tritt dann durch c mit verminderter Geschwindigkeit in A2, hebt die Schwimmkugel d und drückt diese gegen die Oeffnung e. Die nunmehr in A2 gänzlich abgesperrte Luft nimmt mit der Schwimmkugel den letzten Rest der lebendigen Kraft des Wassers auf, so daſs in der Leitung selbst ein Rückschlag nicht auftritt.

Bei dem Hahne von Louis Roovens in Lüttich (* D. R. P. Nr. 36254 vom 4. Februar 1886) ist, wie in Fig. 7 Taf. 27 veranschaulicht, das Küken durch die cylindrische Stange b ersetzt, welche in ihrem unteren