Text-Bild-Ansicht Band 261

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zwar wurden sämmtliche Rohre zunächst um den Abstand je zweier Kränze c der inneren Führungszimmerung von einander niedergebracht, worauf das Treiben von Neuem in derselben Reihenfolge seinen Anfang nahm. Waren nun die Rohrenden dem untersten Schachtkranze ziemlich nahe gekommen, so wurden entweder durch in den Rohren einzuschraubende Muffen oder durch Vernietung Verlängerungen auf dieselben gesetzt und ging die Arbeit in der bisher geschilderten Weise ihren Gang so lange fort, bis das Liegende der Schwimmschicht erreicht war und nunmehr innerhalb der durch die Rohre gebildeten Wand die Massen ausgefordert und feste Zimmerung eingebracht werden konnte, nach deren Vollendung man die Rohre wieder zog. Die Verspundung der letzteren unter einander – und darauf ist ganz besonders hinzuweisen – gibt einen wasserdichten Abschluſs nicht, wohl aber dringt das Wasser in den durch die Rohre abgeschlossenen Raum ohne irgend welchen Sand mit sich zu führen.

Nach der Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure, 1886 S. 745 hat sich das beschriebene Verfahren auch beim Abteufen eines Schachtes auf dem Kalisalz werke Thiederhall bei Wolffenbüttel bewährt, so daſs es als eine wesentliche Bereicherung der bergmännischen Technik angesehen werden kann.

Taschenuhr mit Entfernungsmesser.

Mit Abbildungen.

M. und E. Didisheim in St. Imier, Schweiz (* D. R. P. Kl. 83 Nr. 31640 vom 8. November 1884) versehen das Stunden- wie das Secundenzifferblatt einer gewöhnlichen Taschenuhr mit besonderen Einrichtungen, um damit schnell eine Weglänge auf einem Plane abmessen und Entfernungen von Licht- und Schallwirkung besitzenden Gegenständen bestimmen zu können. Beide Mal ist es möglich, das Maſs der Entfernung in Meter sofort durch Zeigerstellungen auf den Zifferblättern abzulesen und dürfte sich daher eine mit diesen Einrichtungen versehene Uhr namentlich für Militärs eignen, welche damit schnell eine Linie auf einer Generalstabskarte u. dgl. oder die Entfernung einer feindlichen Batterie o. dgl. messen können.

Bei dieser neuen Einrichtung ist der Sekundenzeiger auf die Rückseite der Uhr verlegt und das Stundenzifferblatt erhält, wie in Textfig. 1 veranschaulicht ist, auſserhalb seiner Eintheilung eine weitere Skala a, welche einem bestimmten Verhältniſsmaſsstabe entspricht, so z.B. eine Länge von 20km im Maſsstabe von 1 : 100000 je nach der vorliegenden Landkarte. Innerhalb der Stundeneintheilung kann auch noch ein zweiter Maſsstab b von anderem Verhältnisse auf dem Zifferblatte angebracht sein. Auf die Zeigerachse wird ein dritter Zeiger d lose aufgesteckt und steht derselbe durch Zahnräder mit einem kleinen, am Umfange