Text-Bild-Ansicht Band 261

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das Schmutziggelb in Rothgelb, in Roth, in Weinroth, dann in Schwarzbraun. Untersucht man die gelb gewordene Flüssigkeit mittels des Spectroskopes, so findet man zunächst wiederum das vorhin beschriebene Band zwischen F und G, auſserdem aber noch ein anderes zwischen F und b. Wird die tief gelb oder roth gewordene Flüssigkeit mit Wasser verdünnt, bis sie mattgelb erscheint, so erkennt man wiederum beide Absorptionen. Kocht man dann aber, so verdunkelt sich nur diejenige zwischen F und G, während die andere schwächer wird und nur noch scharf auf der Linie b zu Tage tritt. Diese zweite Absorption gehört, wie es scheint, dem Furfurol an; sie findet sich niemals bei Verwendung reinen, wasserhellen Amylalkoholes.

Von den hier in Frage kommenden Stoffen geben auſser Fuselöl nur ätherische Oele mit concentrirter Schwefelsäure gelbe, gelbrothe oder rothe Farbe und dann ein ähnliches Spectrum. Versetzt man einen Tropfen Pfefferminzöl mit 1cc reiner concentrirter Schwefelsäure, so stellt sich, allerdings ohne daſs besondere Erwärmung nöthig wäre, eigelbe oder roth gelbe Färbung ein. Die betreffende Flüssigkeit erzeugt dann ein dunkles Band von F bis b und selbst bis E. Erhitzt man aber zum Sieden, so verschwindet dieses Band, indem die Farbe der Flüssigkeit tiefroth, dann braunroth, dann dunkel wird. Anisöl gibt mit reiner concentrirter Schwefelsäure eine alsbald gelblich-röthliche, unmittelbar darauf fast rubinrothe Flüssigkeit, welche im Spectrum ein dunkles Band zwischen F und b, selbst bis nach E hin erzeugt. Erhitzt man, so wird die Färbung immer dunklerroth. Verdünnt man nun mit langsam zuflieſsendem Wasser, so wird die Flüssigkeit weinroth und zeigt dann neben dem schwächer werdenden Bande von F bis b ein dunkleres, von b bis über E hinaus. Wird die Lösung erhitzt, so tritt die röthliche Farbe stärker hervor, ohne daſs eine Absorption zwischen G und F erscheint. Aehnlich verhält sich Kümmelöl.

Die spectroskopische Prüfung ist daher nur dann sicher, wenn ätherische Oele in dem betreffenden Branntwein nicht vorhanden sind.

Führt man alle diese Versuche aus, so kann man noch 0,05, ja selbst 0,33 Proc. Fuselöl nachweisen.

Die Methylviolett-Probe läſst sich auch für eine annähernd richtige quantitative Bestimmung des Fuselöles, wenigstens im Branntwein verwerthen. Man bringt zu diesem Zwecke 250cc der zu untersuchenden Flüssigkeit in eine etwa 750cc fassende Flasche, gieſst 100cc Aether auf, schlieſst die Flasche und schüttelt sehr stark zu wiederholten Malen. Dann fügt man die zur Abscheidung des Aethers nöthige Menge Wasser hinzu, hebt die Aetherschicht ab, schüttelt noch einmal mit anderen 100°c Aether, vereinigt die beiden ätherischen Auszüge, verflüchtigt den Aether, läſst noch 5 Minuten stehen, setzt aufs neue etwa 40cc Aether, darauf einige Cubikcentimeter frisch bereiteter grüner Methylviolettlösung hinzu, schüttelt und stellt in einem emgetheilten, etwa 25mm