Text-Bild-Ansicht Band 261

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weiten Glasrohre hin. Der Aether verdunstet nach und nach; sobald man darin eine bläuliche Färbung wahrnimmt und mittels des Spectroskopes die erste Andeutung der Methylviolett-Absorption bei D erkennt, liest man ab, wie viel Aether noch vorhanden ist. In je 10cc desselben befinden sich jetzt 0cc,2 Amylalkohol. Reiner Aether nimmt nämlich kein Methylviolett auf, wohl aber, wenn er Amylalkohol enthält; dabei erkennt man eben die Blaufärbung in 25mm tiefer Schicht, ebenso auch die Methylviolett-Absorption in gleich tiefer Schicht, wenn er 2 Proc. Amylalkohol in sich führt. Allerdings wird der Aether auch dann jenen Farbstoff aufnehmen, wenn er statt Amylalkohol Aethylalkohol enthält. Doch erkennt man in solchem Falle die Blaufärbung in 25mm tiefer Schicht erst dann, wenn der Aethylalkoholgehalt 12 Proc. beträgt. Selbst wenn daher in dem Rückstande etwas Aethylalkohol verblieben sein sollte, so würde dieser einen groſsen Fehler schwerlich bewirken, zumal man ja doch durch eine Vorprobe das Vorhandensein von Fuselöl überhaupt festzustellen hat.

Nach einem anderen Verfahren werden 250cc der zu untersuchenden Flüssigkeit in der angegebenen Weise mit Aether 2 oder 3 mal ausgezogen, die ätherischen Auszüge vereinigt und in einem Glasgefäſse verdunstet. Zu dem Rückstande läſst man die 3 fache Menge Wasser oder grüner Methylviolettlösung hinzulaufen und bringt die Mischung, falls Fuselöltropfen erscheinen, rasch in eine enge, auf 0cc,1 getheilte Glasröhre. Man hat dann in der Höhe der oberen Schicht einen Anhalt für die Mengen des in 250cc enthaltenen Amylalkoholes, da die aufschwimmenden Tropfen lediglich Fuselöl sind.

Bemerkenswerth ist, daſs Kartoffelfuselöl mehr Furfurol enthält als Kornfuselöl.

A. Stutzer und O. Reitmair (Centralblatt für allgemeine Gesundheitspflege 1886. Ergänzungsheft) haben das Rose'sche Verfahren in folgender Weise verbessert: Es werden 200cc des zu prüfenden Branntweines unter Zusatz von einigen Tropfen Kalilauge bis zu ⅘ abdestillirt und das Destillat wird auf 200cc aufgefüllt. Nach Feststellung des Alkoholgehaltes des Destillates werden 50cc desselben in ein 100cc Kölbchen abgehoben und aus einer Bürette die nöthige Wassermenge zuflieſsen gelassen, um 30 procentigen Alkohol zu bekommen. Aus einem bereit gehaltenen gröſseren Vorrathe von 30 procentigem Alkohol wird zur Marke aufgefüllt.

In den trockenen Schüttelapparat werden mit langhalsigem Trichter die vorher abgemessenen 20cc Chloroform eingegossen, ein etwaiger Ueberschuſs wird mit langem Glasrohre herausgeholt, die bereit gehaltenen 100cc des verdünnten Destillates, dann 1cc Schwefelsäure (1,286 sp. G.) hineingegossen, sofort kräftig aufgeschüttelt und ins Kühlgefäſs gesenkt. Nach dem Absitzen des Chloroforms wird der Apparat herausgenommen, langsam geneigt, daſs das Chloroform in die Kugel oder