Text-Bild-Ansicht Band 261

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Basische Schlacke als Düngemittel.

Die Thatsache, daſs gemahlene basische Schlacke als Düngemittel viel wirksamer ist wie gepulverte Phosphorite erklärt A. Stutzer (Repertorium der analytischen Chemie, 1886 S. 426) damit, daſs der vierbasisch phosphorsaure Kalk im Boden unter Aufnahme von Wasser in zweibasisch phosphorsauren Kalk und freien Kalk zerfalle: Ca3(PO4)2CaO + H2O = Ca2H2(PO4)2 + 2CaO. Eine untersuchte Schlacke aus Horde hatte folgende Procent-Zusammensetzung:

Phosphorsäure 29,85
Calciumoxyd 53,58
Eisenoxyd 6,68
Thonerde 1,32
Manganoxyd 1,53
Magnesia 1,23
Kieselsäure 4,55
Schwefelsäure 0,44
Schwefel 0,64

Rechnet man die Phosphorsäure auf vierbasisch phosphorsauren Kalk um, so ergibt sich, daſs vom Kalk 47,08 Proc. an Phosphorsäure gebunden sind, während der Rest des Kalkes (6,50 Proc.) gröſstentheils mit der Kieselsäure in Verbindung getreten sein dürfte.

Die zum Düngen verwendeten Schlacken sollen so fein gemahlen werden, daſs das Pulver gröſstentheils durch ein Sieb von 0mm,25 Lochweite hindurchgeht. Für die Prüfung auf Mehlfeinheit geeignete gelochte Messingsiebe liefert Universitätsmechaniker Apel in Göttingen. Drahtsiebe sind bequemer, aber nicht so genau.

Faulbaumes Reinigung von Mineralölen mittels Schwefligsäure.

Um Mineralöle, namentlich die aus Braunkohle gewonnenen, von den übelriechenden Schwefelverbindungen zu befreien, werden sie nach A. Faulbaum in Halle a. S. (D. R. P. Kl. 23 Nr. 36765 vom 1. December 1885) im Destillirkessel bis zur Siedehitze erwärmt. Dann leitet man trockene Schweflig säure durch die Oele und destillirt langsam, bis die Einwirkung eine genügende ist und Schwefligsäure in den Destillaten auftritt. Die Farbstoffe in den Mineralölen werden hierdurch zerstört und die Schwefelverbindungen unter Ausscheidung von Schwefelwasserstoff u. dgl. zersetzt. Die zur Verwendung gelangende Schwefligsäure erhält man aus den Säurerückständen der Mineralölraffinerie durch Vermischen mit kleinen Kokesstücken und Erhitzen dieser Mischung. Ist die Einwirkung der Schwefligsäure vorüber, dann wird der Kesselinhalt mit überhitztem Wasserdampf schnell abdestillirt.

Schädlichkeit der Phosphorzündhölzchen.

Ris schlieſst aus verschiedenen Beobachtungen, daſs nicht nur die Arbeiter in Phosphorzündholzfabriken von der Phosphornekrose befallen werden, sondern daſs es schon gefährlich ist, Phosphorzündhölzchen im Zimmer aufzubewahren. Ihm selbst sind zu einer Zeit, wo er gewohnt war, stets ein oder mehrere Büschel Zündholz offen neben dem Bette liegen zu haben, in Zeit von wenig Monaten 8 Backenzähne abgebröckelt und haben die Stümpfe Eiterung in den Zahnfächern unterhalten, bis er dieselben hat ausziehen lassen. Verfasser glaubt, daſs das Vorhandensein einer geringen Menge von Phosphordunst in der Luft bezieh. dessen Aufsaugung durch die Mundflüssigkeiten das Gedeihen desjenigen Pilzes befördert, welcher die Zahncaries verursacht. (Nach Schweizer Blätter für Gesundheitspflege, 1886, durch Industrieblätter, 1886 S. 260.)

Ueber die Einwirkung von Schmierölen auf Metalle.

I. J. Redwood führte zahlreiche Versuche über die Einwirkung von Oelen auf Metalle aus, deren Ergebnisse im Journal of the Society of Chemical Industry, 1886 S. 362 mitgetheilt sind. Die Stücke der zu untersuchenden Metalle wurden gut gereinigt, mit Aether gewaschen, getrocknet und nachher gewogen. Dann brachte man sie in Röhren, welche je 15cc Oel enthielten, und überlieſs sie