Text-Bild-Ansicht Band 261

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alle übrigen Flanschen ihre Form erhalten und sich das Blech bloſs zwischen denselben eingebogen hatte, war hier auch die Flansche stark eingebogen (vgl. Fig. 4), ja beinahe zusammengefaltet worden.

Fig. 1., Bd. 261, S. 492
Fig. 2., Bd. 261, S. 492
Fig. 3., Bd. 261, S. 492
Fig. 4., Bd. 261, S. 492
Fig. 5., Bd. 261, S. 492
Fig. 6., Bd. 261, S. 492

Die Einbiegung hatte zweifellos an den beiden in Fig. 1 mit Kreuzen bezeichneten Stellen ihren Anfang genommen; nachdem sich diese weiter eingesenkt, wurde auch die allmählich erweichende Flansche in Mitleidenschaft gezogen und gab dem gewaltigen Zuge nach. Wie bedeutend dabei die Platten beansprucht wurden, geht aus dem Umstände hervor, daſs sich das Blech bei dem Einbiegen auf eine ursprüngliche Länge von 838mm um 152mm verlängert hatte. Wäre das Material Eisen bester Wahl gewesen, so ist es ganz unzweifelhaft, daſs dasselbe, ehe die Eindrückung diesen Grad erreicht hätte, in Folge der verhältniſsmäſsigen Schwäche quer zur Walzrichtung aufgerissen sein würde und daſs eine schreckliche Explosion nicht ausgeblieben wäre. In Wirklichkeit aber fand nirgends eine Trennung des Zusammenhanges statt.

C. E. L. Brown's Bogenlampe mit Glockenelektromagnet.

In Bogenlampen will C. E. L. Brown in Oerlikon bei Zürich (* D. R. P. Kl. 21 Nr. 35618 vom 4. Juli 1885) einen Glockenelektromagnet anwenden, welcher, wenn derselbe von einem elektrischen Strome von bestimmter Stärke durchflössen wird, durch seinen nach oben verlängerten Kern einen neben diesem befindlichen Anker anzieht, den beweglichen Kohlenhalter in einer Röhre, welche sich frei in einer Bohrung des Kernes bewegen kann, festklemmt, während gleichzeitig ein unter dem Elektromagnete befindlicher zweiter Anker die Röhre – nebst dem Kohlenhalter – hebt und so den Lichtbogen bildet. Ist der Lichtbogen durch Abbrennen der Kohle zu groſs geworden, so wird der Strom im Elektromagnete zu schwach, die Anker kommen auſser Thätigkeit und der Kohlenhalter gleitet hinab.

Auf verwandte Anordnungen Brown's bezieht sich auch die Patentschrift Nr. 35617.

Ursprung der atmosphärischen Elektricität.

In den Comptes rendus, 1886 Bd. 102 * S. 838 ff. bespricht Prof. D. Colladon zwei von ihm nahe an Genf beobachtete Gewitter mit sehr bedeutenden elektrischen Entladungen, wovon das zuletzt beobachtete sich noch dadurch auszeichnete, daſs das Centrum desselben etwa 2½ Stunden lang nahezu unbeweglich blieb. An diese und zahlreiche andere früher gemachte Beobachtungen knüpft Verfasser die folgenden theoretischen Betrachtungen.

„Die von Palmieri gegebene Hypothese des Ursprunges der atmosphärischen Elektricität, wonach die Elektricität durch Condensation der wässerigen Theilchen zu Tropfen erzeugt würde, kann der Wirklichkeit nicht entsprechen; denn die Erfahrung lehrt, daſs bei solcher Condensation keine bemerkenswerthe Elektricität entwickelt wird. Im Einklänge mit Faye und Luvini ist dagegen anzunehmen, daſs aus den oberen Luftschichten – welche bekanntlich um so mehr Elektricität in sich bergen, je weiter sie von der Erdoberfläche entfernt sind, ohne gegenwärtig angebbare Grenze – beständig Elektricität in die Gewitterwolke überströme, so lange das Gewitter andauert. Die Kreisbewegungen, welche jene beiden Forscher ihren Hypothesen zu Grunde legten, dürfen aber nicht als ohne weiteres bestehend angenommen werden; man kann sich vielmehr die Entstehung von Bewegungen folgendermaſsen vorstellen: Läſst man einen Wasserstrahl lothrecht zur Erde flieſsen, so reiſst derselbe Lufttheilchen mit