Text-Bild-Ansicht Band 261

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Kolben K (Fig. 17 Taf. 31) eine Feder F und das Fett wird dann durch einen an der Seite der Büchse B angebrachten Kanal k1 welcher durch eine Stellschraube l nach Belieben verengt werden kann, nach der Lagerbüchse gedrückt. Die Feder F vergleichmäſsigt den Fettnachdruck, da bei weiter ausgeflogenem Kolben, wobei mit dem Radius des Laufkreises die Centrifugalkraft gewachsen, auch der zu überwindende Widerstand ein gröſserer geworden ist.

An Stelle der Druckkolben bringt M. Lindner in Meuselwitz (* D. R. P. Nr. 35125 vom 16. Juni 1885) durch Gewichte belastete Druckklappen für selbstthätig wirkende Fett-Schmierbüchsen in Vorschlag. Die Büchse B (Fig. 19 Taf. 31) ist halbcylindrisch liegend angeordnet und erhält über dem Austrittsröhrchen eine Scheidewand w, gegen welche von beiden Seiten durch die mit stellbaren Hebelgewichten g versehenen Klappen k das Fett gedrückt wird. Die Gewichte g, welche den Verbrauch des Fettes leicht erkennen lassen, werden jedoch durch den sich ändernden Hebelarm ihrer Schwerwirkung einen ungleichen Druck hervorbringen.

Zum Nachpressen des Fettes in den Schmierbüchsen werden auch Federn benutzt, bei welchen sich jedoch der Druck, als auch die Schmierung mit der Zusammenpressung der Feder ändert, die Stellung der Büchse aber keinen Einfluſs besitzt. Eine von Wilh. Bitter in Bielefeld (* D. R. P. Nr. 6118 vom 10. November 1878) angegebene Einrichtung veranschaulicht Fig. 20 Taf. 31. Der Deckel der Büchse B, welcher gleich als Hülse H für die Führungsspindel d des Kolbens K ausgebildet ist, wird mittels Bajonetverschluſs an der Büchse befestigt, um die letztere für eine Neufüllung schnell frei zu machen. Die Spindel d erhält einen vorstehenden Stift t, welcher sich in einem Schlitze der Hülse H führt und dadurch den Stand des Kolbens K erkennen läſst. Durch eine kleine Drehung wird der an dem Stifte t hochgezogene Kolben K festgehalten, indem der Stift in einen Querschlitz einschnappt.

An Stelle der zeitweise zu füllenden Büchsen soll nach dem Vorschlage von Th. Reisert in Augsburg (* D. R. P. Nr. 30702 vom 10. Juli 1884) das Schmierfett durch erhärtende Beimengungen (Stearin, Wachs u. dgl.) in Form von Fettpatronen zur Anwendung kommen, welche durch Federdruck gleich in dem Schmierloche des Lagers an die in Drehung befindliche Welle gepreſst werden. Die Fettpatronen werden also von der bewegten zu schmierenden Fläche abgeschliffen. Die von Ph. Honold und Comp. in Augsburg in den Handel gebrachten Fettpatronen, mit welchen z.B. die Triebwerkslager der Ausstellungen zu Görlitz 1885 und zu Augsburg 1886 geschmiert wurden, werden zum Schütze gegen Staub von Hülsen H (Fig. 21 Taf. 31) umschlossen, in welchen die den Druckkolben belastende Feder F untergebracht ist.

In ähnlicher Weise will O. Fallenstein in Düren (* D. R. P. Nr. 23795 vom 31. December 1882 und Zusatz * Nr. 25435 vom 8. Juli 1883) die gröſste Reinlichkeit des Fettes und eine leichte Füllung der Schmierbüchsen