Text-Bild-Ansicht Band 261

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Bei solchen Dampframmen, wo der Cylinder sich dem Pfahle folgend senkt, werden als Ersatz der Gummischläuche oder Gelenkrohre für die Dampfzuleitung häufig Teleskoprohre angewendet, bei deren Benutzung aber der Uebelstand aufgetreten ist, daſs die Rohranschlüsse unter den beim Rammen hervorgerufenen fortwährenden Erschütterungen zu leiden haben. Menck und Hambrock in Ottensen (* D. R. P. Nr. 36266 vom 30. Januar 1886) verbinden deshalb den Steuerhahn für den Dampfeintritt mit dem Führungsrahmen des Cylinders elastisch. Die hohle Kolbenstange b (Fig. 2 Taf. 32), welche fest am Führungsrahmen f des Bares angebracht ist, steht mit den beiden parallelen Säulen c in starrer Verbindung. Auf den Säulen c führt sich der Körper des Steuerungshahnes e mittels der Oesen e1, doch so, daſs die Oesen zwischen zwei auf jede Säule geschobenen Federn d und d1 liegen. Die unteren Federn d stemmen sich dabei gegen die Säulenbunde; die oberen Federn d1 hingegen werden oben durch Muttern c1 bezieh. darunter befindliche Unterlagscheiben zurückgehalten. Vom Hahne e geht, in einer Stopfbüchse g geführt, das Rohr r1 in die hohle Kolbenstange b, während oben am Hahne das unterste Stück r des Teleskoprohres angebracht ist.

Ist der Weg zwischen r und r1 offen, hebt sich also der Cylinder-Bär, so tragen die unteren Federn d den Hahn e. Stürzt aber der Bär hinab, so drückt der Dampf gegen den geschlossenen Hahn e und preſst dadurch die Federn d etwas zusammen. Gleichzeitig schiebt der Dampfdruck die Teleskoprohre nach unten zu aus einander, sobald sich der Bär mit seinem Führungsrahmen gesenkt hat. Es wird also das Verlängern der Teleskoprohre nicht durch den plötzlichen Sturz des Bares, sondern durch den Dampfdruck hervorgerufen, welcher gegen das unten geschlossene Rohr r gleichsam wie gegen einen Kolben in einem Cylinder wirkt. Das Rohr r wird also nicht stoſsweise abwärts gerissen, sondern unter sanftem Druck abwärts geschoben; die Erschütterung durch Aufprallen des Bares aber auf den Pfahl heben die Federn d und d1 vollständig auf.

Marcelin's Preſsschraube.

Mit Abbildung auf Tafel 32.

Die Mutter von Druckschrauben bei Weinpressen u. dgl. ersetzt Marcelin in Bordeaux nach dem Génie civil, 1886 Bd. 9 * S. 187 durch Reibungsrollen. Zu diesem Zwecke besitzt das Gewinde der Schraube, wie aus Fig. 14 Taf. 32 zu entnehmen ist, trapezförmigen Querschnitt, so daſs die kegelförmigen Rollen G, welche unter Winkeln von 45° stehen, in die Gänge desselben eintreten können. Die Rollen G sind lose drehbar in einem Kopfe K, welcher die Schraube S umfaſst und mittels einer bekannten Schaltwerkseinrichtung durch die Schwingungen des Hebels H bewegt wird. Der Kopf K läuft mit drei kegelförmigen