Text-Bild-Ansicht Band 261

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erschweren, werden die diese Faserbärte bildenden Polfäden in Gazebindung verwebt. Hierzu benutzt A. Duquesne in Paris (* D. R. P. Nr. 24474 vom 18. März 1883 und Zusatz * Nr. 35346 vom 10. Mai 1885) in einem Webstuhle für gemusterte Plüschteppiche an Stelle der gewöhnlichen Webschäfte mit Litzen Nadelkämme, wie dies übrigens auch schon von S. Weigert (vgl. 1884 252 * 20) zur Erzeugung von Gazebindungen angegeben wurde.

Textabbildung Bd. 261, S. 522

Das Gewebe, dessen Bindung nebenstehend verdeutlicht ist, enthält dreierlei Kettenfäden: die ganz gestreckt verlaufenden Fäden a, um welche sowohl abwechselnd kreuzend die Fäden d, als die Polfäden c durch die Schuſsfäden b geschlungen gehalten sind. Die Fäden a, b und d sind dünn und aus Jute, Hanf o. dgl., während die dickeren Polfäden c aus Wolle bestehen, so daſs dieselben im fertigen Gewebe die übrigen Fäden vollständig verdecken und das Gewebe sowohl auf der Vorder-, als Rückseite nur die Wollfäden zeigt und zwar auf der Rückseite glatt, obenauf die durch Aufschneiden der Maschen erhaltene Haardecke.

Dem entsprechend erhält auch der Webstuhl, wie aus Fig. 15 Taf. 32 zu entnehmen ist, drei Webketten. Die im Gewebe gerade liegende Kette A kommt von einem hoch liegenden Kettenbaume, wird durch die Zinken eines Kammes A1 getheilt und dann, durch einen Querstab A2 gehalten, durch ein feststehendes Blatt oder einen Kamm c sowie durch das Blatt der Lade O geführt. Die Gazekette B kommt ebenfalls von einem höher liegenden Baume, ist durch die Stäbe B1 und B2 ins Kreuz gelegt und geht über den Stab B3 zu dem Nadelkamme b, durch dessen Nadelöhren a die einzelnen Fäden gezogen sind. Die Fäden gehen dann ebenfalls durch das feste Blatt c und das Blatt der Lade o. Die verschieden farbigen Polkettenfäden C kommen von Spulen, welche reihenweise über einander in Rahmen gelagert sind und durch federnde Fühler gebremst werden. Die Fäden C sind abtheilungsweise über die festen Stäbe c1 zu den Litzen a2 der Schnüre b2 einer oberhalb auf dem Stuhle stehenden Jacquardmaschine geführt und werden dann mehrere zusammen durch die länglichen Oehre der Nadeln a1 des Kammes b1 gezogen. Die senkrecht und wagerecht hin und her erfolgenden Bewegungen des Nadelkammes b werden mit Hilfe eines Trittes e bewirkt, welcher mittels Kette g die Achse f dreht. Von Rollen dieser Achse führen Ketten k nach oben über Rollen h und ist an den Ketten k der Nadelkamm b angehängt. An dem letzteren ist ein Stift s (vgl. Fig. 16 und 17 Taf. 32) befestigt, welcher in dem Schlitze eines Hebels y gleitet. Mit diesem Hebel ist eine federnde Klinke r verbunden, welche in ein auf der fest gelagerten Achse m (vgl. Fig. 17 Taf. 32) lose drehbares Schaltrad o greift und dadurch dasselbe absetzend dreht. Diese Drehung