Text-Bild-Ansicht Band 261

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Roststäbe in der Maischcolonne durch die Handlöcher herausgenommen und gereinigt werden. Aus der Luttercolonne steigen die Alkoholdämpfe nach dem Condensator und von da nach dem Kühler, wo sie vollständig verdichtet werden.

Verfahren zur Herstellung von Firniſs aus Palmöl.

Mit Abbildungen auf Tafel 33.

Um Palmöl in Firniſs überzuführen, wird dasselbe nach O. Sauer in Berlin (* D. R. P. Kl. 22 Nr. 36368 vom 23. August 1885) mit Paraffinöl gemischt, in welchem 5 Proc. Ozokerit gelöst sind. Diesem Gemische wird in einem mit Rührer r (Fig. 16 und 17 Taf. 33) versehenen Kessel A durch Rohr R ein Strom erwärmter Luft zugeführt, welche durch den Siebboden C möglichst vertheilt wird. In diesen durch Gebläse D gelieferten Luftstrom wird im Behälter E für je 100k Oel 0k,5 Wasserstoffsuperoxyd aus dem Behälter H und 1k,2 Chlorzinklösung aus dem Behälter J eingeführt und somit in das Oel getrieben, welches dadurch angeblich Firniſs bilden soll.

[Kleinere Mittheilungen.]

Schichau's Hochsee-Torpedoboot.

Trotz der Beachtung, welche die Entwicklung des Torpedowesens findet und trotz der vielfachen Mittheilungen über Torpedoboote herrschen doch über das Wesen und ganz besonders über die Bauart dieser Fahrzeuge noch recht unklare Ansichten. Es muſs jeder sachgemäſsen Aeuſserung über diesen Gegenstand eine erhöhte Aufmerksamkeit um so mehr gewidmet werden, als der Kreis der wirklich Sachverständigen ein ungemein eng begrenzter ist. Wenngleich diese Fahrzeuge zweifellos einen der bemerkenswerthesten Fortschritte im Gebiete des Schiffs- und Schiffsmaschinenbaues kennzeichnen, so sind doch nur wenige Personen in der Lage, genaue Auskunft über dieselben zu geben und noch weniger fähig mit Aussicht auf sicheren Erfolg den Bau derselben zu unternehmen. Ueber Torpedoboote hat nun R. Ziese aus Elbing im Petersburger Polytechnischen Verein einen Vortrag gehalten, welcher um so mehr Beachtung verdient, als der Genannte in seiner Stellung als Ingenieur der Schiffsbaufirma F. Schichau in Elbing über die heutzutage wohl vortrefflichsten Torpedoboote dieses Hauses die zuverlässigste Auskunft zu geben im Stande ist. Im Folgenden ist ein kurzer Auszug aus diesem in dem Protokolle (Nr. 55 vom 26. Oktober 1885) des genannten Vereins veröffentlichten Vortrage wiedergegeben.

Der Erfolg in der Ausführung eines allen berechtigten Anforderungen genügenden Torpedobootes beruht auf der genauen Kenntniſs und Befolgung aus der Praxis entnommener und in der Praxis erworbener Erfahrungen, sowie in der Anwendung der besten Materialien, namentlich des Stahles. Ebenso hängt von der peinlich genauen und sorgfältigen Ausführung der Arbeiten die Tüchtigkeit eines Torpedobootes ab. Da diese Fahrzeuge eine Geschwindigkeit erhalten, welche die der gröſsten Seedampfer bedeutend übersteigt (vgl. 1886 259 379), so müssen rücksichtlich der Kleinheit dieser Boote Dampfmaschinen geschaffen werden, welche für die Gewichts- und Raumeinheit das 8 bis 10 fache mit gröſserer Zuverlässigkeit leisten als die üblichen Maschinen. In dem Vortrage wurden zunächst die Spierentorpedoboote besprochen, welche ihrer geringen Zuverlässigkeit und Brauchbarkeit halber jetzt nur noch in wenigen Fällen benutzt werden. Diese Boote müssen dicht an das feindliche Schiff heranfahren, um an dasselbe einen Torpedo zu schieben, welcher im Bug des