Text-Bild-Ansicht Band 260

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nimmt dieselbe mit den angehängten Formen die unterste Lage ein. Nach beendeter Füllung der Pfanne D hebt man die Kolben I unter denselben Geschwindigkeitsbedingungen, welche bei der Anordnung Fig. 2 für die Bewegung des Kolbens a von oben nach unten maſsgebend waren, in die Höhe. Es wird dann das Eisen in geschlossener Masse allmählich und gleichmäſsig in die Formen hineinsinken.

Bei der unter Nr. 33710 patentirten und in Fig. 1 Taf. 18 dargestellten Gieſsvorrichtung bezeichnet C die an einem Flaschenzuge aufgehängte Gieſspfanne; dieselbe ist im Boden mit einer Ausfluſsöffnung versehen, die sich nach unten in ein Rohr D fortsetzt. Beide sind mit einem feuerbeständigen Futter bekleidet. An dem unteren Ende des Rohres D ist ein Ansatz E aus feuerfester Masse befestigt, welcher unten mit einer die Form A abschlieſsenden Flansche G versehen ist. Zur Regelung des Einlaufes des Eisens in das Rohr D ist in der Gieſspfanne ein mittels Griff einzustellendes Ventil H vorgesehen; dasselbe ist beim Einlassen des flüssigen Eisens in die Pfanne geschlossen. Ist die Gieſspfanne gefüllt, so hängt man sie über der Form auf und läſst sie hierauf so tief herunter, daſs die Flansche G auf dem Boden der Form aufsitzt. Nun öffnet man das Ventil H; das Eisen fällt dann durch das Rohr D und treibt die Luft durch die Fuge zwischen den Wandungen der Form und der mit genügendem Spiele schlieſsenden Flansche G hindurch. Sobald das Eisen den Boden der Form erreicht hat, ist die Luft ausgetrieben und der fernere Zufluſs des Eisens findet ohne Berührung mit der Luft statt. Die Gieſspfanne wird nun so langsam gehoben, daſs die Flansche G während des Gieſsens auf dem Eisen aufliegen bleibt. Die Gieſspfanne kann entweder so viel Eisen enthalten, als zum Füllen nur einer Form oder mehrerer Formen erforderlich ist; im letzteren Falle schlieſst man bei vollendeter Füllung der betreffenden Form die Ausfluſsöffnung mittels des Ventiles H, hängt sie über die nächste Form und verfährt in derselben Weise.

Um sehr kleine Fluſseisenblöcke, wie sie zur Herstellung dünnen Handelseisens benutzt werden, ohne verlorenen Kopf zu gieſsen, ordnen A. Kurzwernhart und Ernst Bertrand in Zuckmantel bei Teplitz, Böhmen (* D. R. P. Kl. 31 Nr. 34157 vom 22. Mai 1885) in dem Boden oder den Wänden einer gröſseren Form kleinere Nebenformen an, welche mit der ersteren durch dünne Gieſskanäle in Verbindung stehen. Derartig eingerichtete Formen zeigen Fig. 11 bis 13 Taf. 18. Die unteren Formen sind bei Fig. 11 und 12 zu 9 Stück in einem Guſskörper hergestellt. Die Wände der einzelnen Formen sind nach unten stark zusammengezogen, um die 9 Blöcke nach dem Gusse als Ganzes aus ihren Formen herausnehmen zu können. Auf diese Formen wird dicht schlieſsend eine feuerfeste Platte mit 9 Gieſskanälen gelegt und auf dieser ruht die obere gröſsere Form gewöhnlicher Einrichtung. Alle 10 Formen werden nun gleichzeitig voll gegossen, so daſs das obere Ende der