Text-Bild-Ansicht Band 260

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einzelnen Stellen aufliegen zu lassen, erhalten die Böden der Zellen entsprechende Vertiefungen. Diese Einrichtung der Böden trägt zu einer gleichmäſsigen Erhitzung der Blöcke bei, weil die heiſsen Gase auch unterhalb derselben durchströmen können. Die Auſsenmauern des Ofens sind, wie gebräuchlich, mit einem Eisenmantel umgeben und in beiden Seitenwänden in entsprechender Höhe mit den Zellen b die Oeffnungen n bezieh. o angebracht, welche durch Thüren verschlossen werden können. Die Oeffnungen n sind zum Einführen, o zum Herausnehmen der Blöcke bestimmt.

Für Kleinbessemereien (vgl. 1885 255 * 381. 1886 260 140) schlägt Alfred Davy in Sheffield (* D. R. P. Nr. 33591 vom 27. Juni 1885) folgende Birneneinrichtung vor: Wie aus Fig. 14 bis 16 Taf. 18 zu entnehmen ist, hängt die kleine Birne in einem Rahmen c, so daſs sie mittels eines Krahnes leicht vor den Schmelzofen und über die Formen gestellt werden kann. Die Kippung der Birne im Rahmen c geschieht durch ein von Hand bewegtes Schneckenradgetriebe. Behufs Verblasung des Einsatzes stellt man den Rahmen über 2 Säulen m, so daſs bei der Senkung desselben die Zapfen n des Rahmens in Löcher der Säulen m eintreten und der Krahn entlastet wird. Die Kuppelung der Birne mit der Windleitung geschieht mittels eines biegsamen Schlauches j, dessen Düse i durch einen Schwenkbügel mit Druckschraube gegen den hohlen Tragzapfen b der Birne angepreſst wird. Von letzterem führt ein Rohr zu dem Windkasten f, welcher nicht am tiefsten Punkte der senkrecht gestellten Birne liegt, sondern auf der Brustseite etwas hinauf gerückt worden ist. Es soll dadurch schon bei kleinem Kippungswinkel das Eisen auſser Berührung mit den 4 Düsen gebracht werden. Der Arbeitsgang ist bei dieser Birneneinrichtung der bekannte.

Nach dem schon früher erwähnten Berichte über das Eisenhüttenwesen der Vereinigten Staaten Amerikas von P. Trasenster (vgl. 1885 258 396) sind daselbst augenblicklich 30 Bessemerwerke vorhanden, wovon 9 erst im Baue begriffen sind. Die 21 in Betrieb stehenden Werke haben im Ganzen 47 Birnen von 4 bis 10t Fassung. Trasenster bespricht die verschiedenen Systeme der Bessemeranlagen und geht dann zu der besonderen Einrichtung der Werke über. Bezüglich dieser ist hervorzuheben, daſs die Birnenböden entweder ganz gestampft, zum Theil gemauert und zum Theil gestampft, oder ganz gemauert werden. Die erste Anordnung ist auch in Europa gebräuchlich. Bei der zweiten Einrichtung liegen zwischen den einzelnen Düsen a (Textfig. 1) flache Steine b. Die Räume zwischen a und b werden mit einem feuerfesten Material vollgestampft. Bei ganz gemauerten Böden ist der Steinverband der in Textfig. 2 dargestellte. Die Düsen e greifen durch die Bodenplatte hindurch, sind also in bekannter Weise von hinten in diese eingesetzt, während die Füllsteine a, b und c von oben zwischen die Düsen eingesetzt werden. Die Fugen müssen natürlich so eng wie