Text-Bild-Ansicht Band 260

Bild:
<< vorherige Seite

Die Methode, welche ich zur Bestimmung der Leitungsfähigkeit schlechter Wärmeleiter (Ziegel, Sand u. dgl.) benutzte1) und die auf obigem Prinzipe beruht, ist folgende.

Textabbildung Bd. 260, S. 276
A ist ein aus dem zu untersuchenden Materiale bestehender Block, in dessen Innerem eine Bleirohrspirale gelegt ist. Der Ziegelsteinblock bestand aus 4 Stücken, der Kalksteinblock aus 2 Stücken, welche mit Cement verbunden wurden, nachdem die Spirale die richtige Lage erhalten hatte. Den Sandblock erhielt ich einfach durch Einfüllen dieses Materials in ein Zinkgefäſs von entsprechender Form, dessen Wände, aus gutem Wärmeleiter bestehend, als nicht vorhanden betrachtet werden können. In der Mitte der Spirale bei e befand sich das erste, etwa 3cm darüber das zweite Thermometer; die übrigen (3 bis 10) Thermometer wurden in die 8 Ecken des Blockes 7cm davon in der Richtung der Diagonale (die Stellen sind in der Figur durch Punkte angedeutet) eingefügt.

Der Kolben g dient zur Aufsammlung des Niederschlagswassers in der Dampfleitung; von hier aus tritt der Dampf in die Spirale, nicht ohne das in dem nach aufwärts geneigten Rohrstück ab niedergeschlagene Wasser nach g abgegeben zu haben. Das in der Schlange selbst angesammelte Wasser gelangt durch h in ein Trichterrohr, dessen Glashahn n so gestellt wird, daſs das Niederschlagswasser wohl abflieſsen, aber kein Dampf durchzutreten vermag. Dies kann sehr leicht erreicht werden, so daſs das enge Rohr den ganzen Versuch hindurch mit Wasser gefüllt bleibt. Der überschüssige Dampf geht durch das Seitenrohr ab. Das Niederschlagswasser wird in einem tarirten, mit etwas Oel versehenen Kolben i aufgefangen und gewogen. Das Oel, unter welchem sich das heiſse Niederschlagswasser ansammelt, soll Verluste desselben in Folge von Verdampfung verhindern.

Die Schirme c und d schützen den Block vor der strahlenden Wärme

1)

Aeuſsere Veranlassung zur Anstellung dieser Versuche war die gegenwärtig brennende Wasserfrage in Budapest. Es tauchte u.a. ein Plan auf, welcher die Stadt mit dem Wasser der Totiser Quellen, deren Mächtigkeit an 280000cbm in 24 Stunden beträgt, versehen wollte. Leider kommt das Wasser mit einer Temperatur von 20° zu Tage und so muſste nun zunächst entschieden werden, ob das Wasser auf dem 78km langen Wege, 3 bis 5m unter der Erde in gemauerten Kanälen flieſsend (vorderhand für 120000cbm berechnet), sich auf etwa 150 abkühlen werde? Ein Sachverständiger (Prof. K. Szily) hier erklärt ohne weitere Begründung kurz: „daß dies ohne künstliche Abkühlung nicht geschehen werde“, und damit wurde das Studium dieses Vorschlages vorderhand von der Tagesordnung abgesetzt.