Text-Bild-Ansicht Band 260

Bild:
<< vorherige Seite

durchschnittlich 92g,84 in der Stunde und dies entspricht 1050c,4 für 1qm Heizfläche und Stunde, als Maſs für die Leitungsfähigkeit der trockenen Backsteine.

Kalkstein: Es gelangte ein poröser Kalkstein zur Untersuchung, von welchem zwei dicke Platten mit Cement zu einem Block verbunden wurden, dessen Höhe 18cm,3 und die Kante des quadratischen Bodens 30cm betrug. Die Thermometer wurden wie früher angebracht, jedoch nunmehr in jedes der 8 Ecken einer. Die Länge des Heizrohres betrug 175cm, dessen Durchmesser 1cm, demnach Heizfläche = 549qc,5.

Die Quecksilbersäule des ersten Thermometers, dessen Kugel in den zwei ersten Versuchen genau in der Mitte der Schlange kaum 8mm von der Heizfläche angebracht war, stieg bei nassem Block bis auf 93,8°, bei halbnassem auf 85,5° und fiel nach dem Austrocknen auf 84,5°. Beim dritten Versuche mit trockenem Materiale brach leider aus Unvorsichtigkeit dieses Instrument und ein neues konnte nicht mehr genau in dieselbe Lage gebracht werden.

Die zwei ersten Versuche glaube ich unerwähnt lassen zu können. Beim ersten, so lange das Blockmaterial naſs war, konnte keine unveränderliche Menge Niederschlagswasser erhalten werden, wie unter ähnlichen Umständen beim Backsteinblock. Ich schreibe dies der groſsen Porosität des Kalksteines zu. Beim zweiten Versuche wurden erst in der 8. und 9. Versuchsstunde feste Zahlen erhalten, als Folge des völlig ausgetrockneten Blockes. Der dritte Versuch mit trockenem Materiale ergab endlich die nachfolgenden Werthe:


Thermo-
meter

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10
Zimmer-
tem-
peratur
Nieder-
schlags-
wasser
8 Uhr 19,5 19,2 21,0 19,7 19,7 19,7 16,7 19,0 19,3°
9 22,2 23,1 25,7 22,8 22,7 24,5 21,0 21,7 20,0 201,5g
10 68,6 52,2 27,0 29,0 31,5 28,0 27,0 29,2 26,1 26,0 20,7 157,5
11 69,0 55,0 30,0 32,2 34,5 31,0 30,3 32,0 29,5 28,5 21,0 139,0
12 71,0 56,5 31,5 34,0 36,2 32,8 31,0 33,3 30,8 30,0 20,0 131,5
1 71,0 57,0 32,5 35,0 36,9 33,8 32,0 34,0 31,6 30,5 20,0 130,0
2 71,0 57,2 33,0 35,2 37,2 34,0 32,4 34,2 32,0 31,0 20,0 125,8
3 71,0 57,2 33,0 35,2 37,5 34,5 32,5 34,5 32,0 31,2 19,9 125,8
4 71,0 57,0 33,0 35,2 37,5 34,5 32,5 34,4 32,0 31,5 19,8 127,8
5 71,0 57,0 33,2 35,4 38,0 34,5 32,0 34,5 32,0 32,0 20,2 125,0

Von der 6. Stunde an wurden also Temperatur und Niederschlagswassermenge fest. Die durchschnittliche Menge des in den letzten 4 Stunden erzielten Wassers betrug stündlich 126g,1 und dies entspricht 1239c,2 für Stunde und 1qm Heizfläche.

Versuche mit Thon muſsten vorderhand unterbleiben, weil ich bisher einen trockenen, dichten Thonwürfel ohne Sprünge nicht erhalten konnte. Allein es ist klar, daſs nach diesem Verfahren jede beliebige Masse auf ihre Wärmeleitungsfähigkeit untersucht werden kann und daſs es nicht nothwendig ist, daſs dieselbe Würfelform erhalte. Bei plattem, biegsamem Materiale (Papier, Stoffe, Leder u. dgl.) kann hierzu ein Metallröhr