Text-Bild-Ansicht Band 260

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dienen, welches man mit dem betreffenden Stoffe umwickelt; das Rohr selbst wird dann als nicht vorhanden gedacht werden können.

Ich habe diese Versuche nicht weiter fortgesetzt, weil mir die oben beschriebenen für meine Zwecke2) soviel Auskunft gaben, als sie geben konnten, und zwar: 1) die der Heizfläche benachbarte Schicht des Wärmeleiters erhitzt sich sehr rasch bis auf die Temperatur der Wärmequelle, so daſs an dieser Stelle ein Temperaturunterschied nicht vorhanden ist; 2) die Temperatur der entfernteren Schichten sinkt rasch und eine Erhöhung derselben in etwa 40cm wäre kaum mehr wahrnehmbar; 3) nach wenig Stunden wird die Temperatur aller Schichten constant, trotzdem aber wird Wärme in gleichbleibender Menge durchgeleitet; 4) im nassen Zustande wird mehr Wärme abgeleitet als im trockenen; 5) die durch die sogen. schlechten Wärmeleiter durchgelassene Wärmemenge ist nicht unbedeutend: so bei trockenem Sande bis 640c, bei Backstein rund 2000c (naſs) und 1050c (trocken), bei Kalkstein 1239c (trocken) für Stunde und 1qm Heiz- bezieh. Abkühlungsfläche, 100° Heiztemperatur und durchschnittlich 20° äuſserer Temperatur.

Punkt 3 findet nur durch die Annahme seine Erklärung, daſs einmal durchgewärmt der schlechte Leiter die Wärme durch eine Art Strahlung fortpflanzt, deren Gesetze annähernd aus obigen Versuchen abgeleitet werden könnten. Ich enthalte mich jedoch aller derartigen Combinationen (dies den betreffenden Fachkreisen überlassend) um so mehr, als ich recht gut weiſs, daſs zu diesem Zwecke die Versuche mit gröſserer Genauigkeit durchgeführt werden müssen; ich wiederhole nur, daſs nicht dies der Zweck dieser Versuche war.

Zur Untersuchung von Oelen.

Maumené's Oelprobe besteht in Beobachtung der Temperatur, welche verschiedene Oele beim Behandeln mit Schwefelsäure entwickeln (vgl.

2)

Es folgt aus diesen Versuchen unzweifelhaft, daſs das Totiser Wasser in einer Tiefe flieſsend, in welcher nahezu die feste Jahrestemperatur herrscht (rund 11°, streng genommen im Winter 1 bis 2° darüber, im Sommer ebenso viel darunter), Wärme abgeben muß. Es handelt sich für den Physiker darum, zu berechnen, welche Zeit zur Abkühlung bis zu einem bestimmten Grade nothwendig wäre, also welchen Fall und welches Profil der Kanal haben müſste? Nebenbei bemerke ich, daſs unser Wasserleitungsnetz in der Stadt durchschnittlich 1m,5 unter der Straſsenfläche gelegen ist und demnach im Sommer das Wasser 16 oft 18° erreicht. Dieser Thatsache gegenüber wäre eigentlich nur eine Abkühlungsmöglichkeit von 2 bis 4° nachzuweisen. In der That hat Prof. Stoczek nachgewiesen, daſs unter den geplanten Verhältnissen (30 Stunden Aufenthalt unterwegs, Wassersäule 1m,5 im Quadrat) und bei einem Verbrauche von 120000cbm eine Abkühlung auf 17,15° (Sommer) und 17,9° (Winter) stattfinden wird; vorderhand wären nur 60000cbm erforderlich und dann würde die Temperatur auf 16,35° fallen. Der zweite Grund, welcher gegen diesen Plan angeführt wurde, nämlich die Härte des Wassers (22 bis 23°), kommt nicht ernstlich in Betracht, weil alle hiesigen Quellwasser in der weitesten Umgebung dolomitischen Ursprunges sind.