Text-Bild-Ansicht Band 259

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Regelung der Verbrennung. Dieselbe soll hier mit Hilfe einer gewellten Platte, welche einerseits vom Dampfdrucke belastet ist, erreicht werden; ein andererseits auf der Platte stehender Stift wirkt mittels des Hebels S auf die um x drehbare Feuerthür t derart, daſs die Thür geöffnet wird, wenn die Dampfspannung eine bestimmte Grenze überschreitet. Dabei nimmt ein an der Thür befestigter Stift den gleichfalls um x drehbaren Arm v mit, welcher durch den Arm z die Zugklappe w offen hielt, so daſs diese zugleich geschlossen wird. Es wird also dann die Luftzufuhr von unten abgeschnitten und zugleich oben kalte Luft in gröſserer Menge zugelassen, wodurch in sehr wirksamer Weise die Dampfentwickelung gehemmt wird. Ueber Brems versuche, welche mit einem solchen von H. C. Hoffmeister in Wien-Meidling gebauten Motor angestellt wurden, ist bereits früher (1885 255 394) berichtet worden. Für Deutschland hat die Ausführung dieser Motoren die Maschinenfabrik von A. Altmann und Comp. in Berlin übernommen (vgl. 1884 254 134).

Da abgesehen von den geringen Wasserverlusten und zeitweiligem Ausblasen stets dasselbe Wasser benutzt wird, auſserdem auch in den geneigten Röhren eine kräftige Strömung hervorgerufen wird, so dürfte ein Ansetzen von Kesselstein kaum zu befürchten sein. Dennoch zeigte es sich als wünschenswerth, die Röhren bequem reinigen zu können, da es trotz eines zwischen Condensator und Pumpe eingeschalteten Behälters mit einer Füllung von Wolle, Hanf oder Kokes doch nicht zu vermeiden ist, daſs aus der Maschine Fett- bezieh. seifige Theile in den Kessel mit eingeführt werden. Aus diesem Grunde ist dem Dampferzeuger nach dem 3. Zusatzpatente * Nr. 30002, welches an C. H. Hoffmeister allein ertheilt ist, jetzt die in Fig. 8 Taf. 1 veranschaulichte Form gegeben. An den liegenden flachen Kasten a, dessen Deckplatte nicht wie früher umgebördelt, sondern mittels Winkeleisen angenietet wird, ist ein stehender Kasten e angehängt, in welchen die hinteren Rohrenden befestigt sind. Den Rohrmündungen gegenüber ist eine gröſsere Oeffnung mit aufgeschraubtem Deckel h angebracht, nach dessen Fortnahme die Röhren zugänglich sind. Der untere Theil dieses Kastens dient als Schlammsack. Ober- und unterhalb der Röhren h wird der Kasten von den kurzen Rauchröhren n durchdrungen, durch welche die Heizgase in den bei m aufzusetzenden Schornstein gelangen. Der Kasten a ist durch gleichmäſsig vertheilte Stehbolzen d verankert, sein Boden auſserdem durch ein quer angenietetes Winkeleisen versteift.

Der in Deutschland von der Actien-Gesellschaft für Eisengieſserei und Maschinenfabrikation, früher J. C. Freund und Comp. in Charlottenburg, in Oesterreich von Friedrich und Jaffé in Wien gebaute so genannte Friedrich-Motor besitzt die allgemeine Anordnung der Hoffmeister'schen Maschine, weicht von derselben jedoch in folgenden Punkten ab: Wie aus den Textfiguren 1 bis 3 zu entnehmen, ist der flache Dampfkasten d aus zwei Stahlplatten und zwischengestelltem Rahmen ohne Winkeleisen