Text-Bild-Ansicht Band 259

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Kasten t, aus welchem es durch seitliche Schlitze in den Behälter l aufsteigt und durch ein bei w angeschlossenes Rohr der Speisepumpe wieder zugeführt wird. Der Friedrich'sche Dampfmotor wird auch mit Rädern und Fahrgestell, d.h. als Locomobile ausgeführt.

Neuerdings wird von Friedrich und Jaffé in Wien auch ein von E. Friedrich entworfener, in Deutschland an C. Pieper in Berlin (* D. R. P. Kl. 46 Nr. 33448 vom 27. Mai 1885) patentirter, sogenannter „Zwergmotor“ gebaut, welcher in Fig. 10 Taf. 1 abgebildet ist. Derselbe hat die Gröſse einer gewöhnlichen Lampe, ist für Gas- oder Erdölfeuerung eingerichtet und hat weder einen besonderen Abzug für die Heizgase, noch einen solchen für den Abdampf. In einen trichterförmigen Fuſs ist der eiförmige guſseiserne Kessel A eingesetzt, welcher im unteren Theile den Cylinder enthält und durch den Schraubenpfropfen H mit Wasser gefüllt wird. Das durch einen Schlauch zugeführte Gas strömt bei L aus, gelangt in eine ringförmige Kammer R und tritt aus dieser durch den Ringspalt O aus, wo es entzündet wird. Für Erdöl wird ein besonderer Brenner angewendet. Die Luft kann sowohl unterhalb (bei N), wie oberhalb des Brennerschlitzes O seitlich zutreten. Sobald der Dampf eine bestimmte Spannung (etwa 1at Ueberdruck) erreicht hat, öffnet er ein Sicherheitsventil bei K und bringt eine Pfeife zum Ertönen. Man setzt dann das Schwungrädchen in Bewegung, worauf der Dampfkolben am Ende seines Aufganges das Ventil G aufstöſst und für einen Augenblick Dampf in den Cylinder einläſst, welcher expandirend den Kolben abwärts treibt. Beim Aufgange öffnet eine an der Pleuelstange D befindliche Nase E das im Kolben angebrachte Ventil F, so daſs der über dem Kolben befindliche Dampf durch denselben in den Fuſs entweicht; aus diesem strömt er durch Oeffnungen M zur Flamme, diese anfachend, und vertheilt sich schlieſslich mit den Verbrennungsprodukten in der freien Luft. Das im Fuſse sich niederschlagende Wasser wird durch P abgelassen. Eine Wasserfüllung des Kessels soll für etwa 3 Stunden ausreichen. Der Motor wird vorläufig für Leistungen von 1/30 bis ¼c gebaut und zum Betriebe von Nähmaschinen (vgl. Heinrici 1884 253 * 261), Gebläsen, Zimmerspringbrünnen u.s.w. verwendet.

Im Scientific American, 1884 Bd. 51 * S. 159 ist ein kleiner Dampfmotor der Shipman-Engine-Company in Boston beschrieben, welcher für Kerosin-Feuerung eingerichtet ist. Leider ist die innere Einrichtung nicht näher dargestellt. Der Dampferzeuger besteht aus einem Bündel kurzer Röhren, welche in einen guſseisernen Kasten eingeschraubt sind. Mittels eines Dampfstrahles (oder eines Luftstrahles beim Anheizen) wird das Kerosin als feiner Sprühregen in den Brennraum eingetrieben, wobei eine genaue Regelung der Verbrennung nach dem Dampfdrucke erreicht wird. Wenn z.B. in Folge starker Entlastung oder nach dem Abstellen der Maschine die Spannung nur um einige Zehntel Atmosphären steigt, so wird der