Text-Bild-Ansicht Band 259

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niedrigen Temperatur dicht werden, leichter sintern. Der Gehalt an feinem Quarzsande kann für diese Fabrikation bis zu 70 Proc. aufsteigen.

Die untersuchten Thone hatten die aus der vorstehenden Tabelle ersichtliche Zusammensetzung. Für die Herstellung feuerfester Thonwaaren eignen sich am besten die fetten Thone 1, 5, 6 und 7, weil sie am meisten Magerungsmittel vertragen, während die minder fetten für Steinzeugfabrikation unter Anwendung von Salz für die Glasur geeignet sind.

Der grobe Quarzsand, welcher dem Thone für die Herstellung der in groſsem Umfange von kleinen Töpfern hergestellten hessischen Schmelztiegel zugesetzt wird, enthält viel Eisenoxyd. Er würde durch Auswaschen von einem groſsen Theile des Eisenoxydes befreit werden können und die Tiegel dadurch an Schwerschmelzbarkeit nur gewinnen.

Die Thone nehmen beim Brennen bis zur Temperatur der Sinterung in Folge ihres Gehaltes an Eisenoxyd sämmtlich eine gelblichweiſse Farbe an; sie würden sich deshalb zur Herstellung von feinen weiſsen Thonwaaren (weiſses Steingut und Porzellan) nicht eignen, wohl aber zur Herstellung eines schwach gelb gefärbten Steingutes.

Bei Herstellung von Steingutmassen aus 35 Proc. Thonsubstanz, 60 Th. Quarzpulver und 5 Th. Feldspath wurde der Quarzgehalt des Thones mit eingerechnet, der Feldspathgehalt aber als zu gering vernachlässigt. Um die Färbung nicht zu sehr hervortreten zu lassen, wurden 15 Procent der Thonsubstanz durch Sennewitzer Kaolin (65 Proc Thonsubstanz und 35 Proc. Quarzpulver) eingeführt:

I II
Geschlämmte Sennewitzer Erde 21 Th. 21 Th.
Fetter Thon von Gundlach 23
Gemahlener Quarzsand 51 26
Feldspathpulver 5 5
Magerer Thon von Gundlach 48

Die Massen verhielten sich gleich und gaben einen nahezu weiſsen Scherben; ein gelber wurde erhalten aus:

Magerer Thon von Gundlach 62,5 Th.
Glasursand von Steinberg 37,5

Der Glasursand von Steinberg, welcher sich in der Nähe von Groſsalmerode bei Münden findet, besteht aus:

Quarzpulver 65,87 Proc.
Thonsubstanz 20,03
Feldspath 14,10

Diese Mischungen, welche vielfach an der chemisch-technischen Versuchsanstalt in Berlin für fast weiſses und gelbes Steingut gebraucht worden sind, wovon die letztere noch benutzt wird, tragen eine Glasur rissefrei von der Zusammensetzung: Na2O, BaO, 0,2 Al2O3, 5,6SiO2, B2O3, welche hergestellt wird durch Einschmelzen von:

Schwerspath 125 Th.
Calcinirte Soda 26,5
Krystallisirter Borax 95,5
Sand 143,0
Holzkohle 15,0