Text-Bild-Ansicht Band 259

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verschlossen ist. Das an jeder Ansatzröhre befindliche Kniestück bildet auf einer gewissen Strecke die Verlängerung der Retorte und der durch den Fall der Masse in dem Kniestücke hervorgebrachte Stoſs in Verbindung mit der Neigung der Retorten bewirkt eine geeignete Vertheilung dieser Masse in einer gleichmäſsigen Schicht, d.h. die Oberfläche der in der Retorte befindlichen Masse soll dem Boden der Retorte ziemlich parallel sein, was allerdings für eine gute Destillation sehr vortheilhaft ist, da auf diese Weise in der Retorte der für ein freies Entweichen der Gase erforderliche Raum geschaffen wird. Das Destilliren geht somit in derselben Art vor sich wie bei den wagerecht beschickten Retorten und geschieht das Beschicken einer jeden Retorte bei dieser Einrichtung durch Kippwagen h auf einmal. Eine mit einem doppelten Deckel versehene Ansatzröhre d dient dazu, das Kniestück der Beschickungsröhre, falls solches sich verstopft hat, wieder frei zu machen. Um die Röhren b immer auf einer geeigneten Temperatur zu erhalten, werden dieselben mit einer Sandschicht umgeben. Die Kohle kann an dem niedrigsten Theile der Retorte mittels einer durch einen Fuſs gehaltenen und in eine einfache Kehle eingelassene bewegliche Platte e aufgehalten werden. Die aufsteigende Röhre f sowie die Hydraulik g haben die übliche Construction.

Da die Neigung der Retorten fast dieselbe ist wie diejenige, bei welcher die Masse zu gleiten anfängt, so genügt es angeblich, den vorliegenden Stücken einen leichten Anstoſs zu geben, um ein selbstthätiges Entleeren der Retorte herbeizuführen; Kokes fällt hierbei in den bereit stehenden Karren i.

Ueber Untersuchung von Gerbstoffen; von F. Nötzli.

(Schluſs der Abhandlung S. 228 d. Bd.)

Die Methode von Ferd. Simand (1882 246 41) ist zum Unterschiede von fast allen früheren Verfahren eine gewichtsanalytische. Der Verfasser arbeitete sie nicht aus, damit dieselbe zur Gerbstoffbestimmung in den Rinden gebraucht werde, da er selbst zugibt, daſs sie zu zeitraubend sei, sondern vielmehr zur Ermittelung des schon erwähnten Oxalsäureverhältnisses; immerhin führe ich sie der Vollständigkeit halber hier an1)

1)

Der wässerige filtrirte Rindenauszug wird in einer Platinschale eingedampft, der Rückstand völlig getrocknet und gewogen (Gewicht = a), sodann verbrannt zur Bestimmung der Asche (Gewicht = b). Der Unterschied (a – b) stellt das Gewicht der in dem wässerigen Auszuge enthaltenen organischen Stoffe dar. Eine andere Probe der Abkochung wird mit Hornschläuchen behandelt, der Gerbstoff also entfernt, dann eingedampft, getrocknet und gewogen (Gewicht = c). Beim Verbrennen des Rückstandes bleibt die Asche vom Gewichte d. Der Unterschied (c – d) ist gleich dem Gewichte derjenigen Stoffe, welche von Hornschläuchen nicht aufgenommen worden sind (Nichtgerbstoffe). Durch Abziehen