Text-Bild-Ansicht Band 259

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Raum über dem letzteren tritt frischer Dampf vom Kessel. Wenn die Kolben b und h unter dem entgegengesetzt zu einander gerichteten Dampfdrucke stehen, wird durch Muttern die Feder d so weit gespannt, daſs sie beiden Drücken das Gleichgewicht zu halten vermag. Wird nun der Gang der Dampfmaschine ein schnellerer, so wird der Dampfverbrauch ein gröſserer, die Dampfspannung vermindert sich und damit auch der Druck auf den Kolben b, so daſs die Feder d denselben herabdrücken kann. Dabei werden die Oeffnungen a verkleinert, der Dampf also mehr gedrosselt und in Folge dessen der Gang der Dampfmaschine verlangsamt. Damit die Oeffnungen a niemals ganz geschlossen werden können, stützt sich eine Stellschraube e, sobald die Maschine beim Leerlaufe die bestimmte Geschwindigkeit angenommen hat, auf den Deckel des Ventiles. Bei Verlangsamung des Maschinenganges ist das Spiel des Kolbens b und der Feder d das umgekehrte.

Damit nun die wechselnde Dampfspannung im Kessel die Thätigkeit des Ventiles nicht beeinfluſst, ist der Kolben h angebracht. Derselbe wird bei steigender Kesseldampfspannung niedergedrückt, wodurch die Feder d gespannt und damit auch der Kolben b entsprechend niedergedrückt wird.

Schönheyder's sogen. Victoria-Oeler für Dampfmaschinen.

Mit Abbildungen auf Tafel 22.

In einem im Verein deutscher Maschinen-Ingenieure zu Berlin gehaltenen Vortrage berichtete Maschineninspector Garbe über Versuche, welche er mit dem von der Firma Treutier und Schwarz in Berlin gelieferten sogen. Victoria-Oeler an Dampfmaschinen angestellt hatte und auf Grund deren die Verwendung dieses Schmierapparates bei Locomotiven erprobt wurde. Die Versuche fielen auch bei Locomotiven nach Glaser's Annalen, 1886 Bd. 18* S. 11 befriedigend aus, wie auch in gleicher Weise in der Eisenbahn-Hauptwerkstätte zu Berlin mit dem auf ähnlichem Prinzipe beruhenden Holtschmit'schen Apparate (vgl. 1882 245 * 202) unternommene versuche zu günstigen Ergebnissen führten.

Der neue Schmierapparat gehört zur Klasse der das Oel durch Verdrängung tropfenweise in das Dampfzuleitungsrohr einführenden Apparate (vgl. Uebersicht 1884 253 * 103) und zeichnet sich vor vielen bisher gebrauchten Anordnungen durch seine einfache, praktische und dauerhafte Construction aus.

Wie aus Fig. 16 Taf. 22 zu entnehmen, besteht der Oeler aus zwei Gefäſsen, dem Condensator C und dem Oelbehälter S, welche durch ein Röhrchen a mit einander verbunden sind. Das Röhrchen b führt die geringe Dampfmenge, deren Condensation den Apparat in Thätigkeit setzt, aus der Dampfleitung in den Condensator; ein drittes Röhrchen c führt endlich das Oel tropfenweise dem durchströmenden Dampfe zu. Um das Abrinnen des Oeles über den Scheitel des Röhrchens c zu sichern, muſs der Condensator so hoch über das Oelgefäſs gestellt sein, daſs die erforderliche Druckhöhe vorhanden ist.

Der Condensator ist ein einfacher Hohlraum, aus welchem das durch die beständige Abkühlung des Dampfes gebildete Wasser in den Oelbehälter ablauft; letzterer ist in Fig. 15 Taf. 22 im Querschnitte für die der Thätigkeit