Text-Bild-Ansicht Band 258

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wieder auf, zieht die Röhre r etwas in die Höhe und drückt leise am Kugelventile v des Schlauches s, um die Luft durch Rohre c und c1 von f nach b treten zu lassen, so daſs die Alkalilösung ausflieſsen kann. Sind 5cc ausgeflossen, so drückt man den Stempel r gut hinab, wodurch die Oeffnung a wieder verschlossen wird, schüttelt nun die Flasche 2 bis 3 Minuten, indem man von Zeit zu Zeit nachsieht, ob eine Entfärbung der Flüssigkeit stattgefunden hat oder nicht. Im letzteren Falle ist die Luft genügend rein, im ersteren Falle aber unrein. Die Absorptionsflüssigkeit hat nämlich eine solche Verdünnung, daſs 5cc derselben dem normalen Kohlensäuregehalte der Luft entsprechen. Läſst man nun weitere 5cc Absorptionsflüssigkeit einflieſsen, schüttelt wieder 2 bis 3 Minuten und es erfolgt keine Entfärbung, so enthält die Luft weniger als das doppelte des Normalgehaltes; erfolgt aber Entfärbung, so beträgt der Kohlensäuregehalt mehr als das doppelte des normalen. Will man nun den Gehalt genau erfahren, so wiederholt man diese Versuche zunächst mit 5 zu 5cc, dann aber cubikcentimeterweise.

Entspricht 1cc der Maſsflüssigkeit 1cc Kohlensäure in 10000cc Luft, so ist der Kohlensäuregehalt x = 111,6 ma : v, wobei m die Anzahl der Cubikcentimeter Zehntel-Oxalsäure bedeutet, welche zur Sättigung von 100cc der Absorptionsflüssigkeit nothwendig waren; v ist das Volumen der Flasche, a die Anzahl der beim Versuche verbrauchten Cubikcentimeter der Absorptionsflüssigkeit. (Vgl. Ballo 1884 253 349.)

Die Fortschritte der Photographie; von Prof. J. M. Eder.

Bei der Herstellung von photographischen Objectiven ist das Bestreben gegenwärtig insbesondere darauf gerichtet, genaue Bilder nebst einer bedeutenden Tiefe der Zeichnung zu erhalten. Als lichtstärkstes Porträtobjectiv behauptet noch immer das von Petzval im J. 1840 construirte Doppelobjectiv den ersten Rang. Bei der groſsen Lichtempfindlichkeit der Bromsilber-Gelatineplatten stellt man die gröſstmögliche Helligkeit allerdings nicht mehr so sehr in den Vordergrund, sondern trachtet die Schärfe durch stärkeres Abblenden oder durch etwas lichtschwächere aplanatische Constructionen zu erreichen, welche gröſsere Tiefe der Schärfe besitzen.

Bei Augenblicksbildern und Gruppenaufnahmen handelt es sich um scharfe Zeichnung verschieden weit entfernter Gegenstände. Dieser Aufgabe entspricht besonders Steinheil's Gruppenantiplanet und Voigtländer's Euryskop. Der erstere besteht aus zwei Linsenpaaren von groſsen, aber entgegengesetzten Fehlern, welche sich gegenseitig aufheben:, die Construction ist nicht symmetrisch.1) Der Antiplanet erfreut sich einer besonderen

1)

Die genauen Angaben der Construction, Krümmungsradien u. dgl. sind in Eder: Ausführliches Handbuch der Photographie, 1884 Theil I S. 237 beschrieben.