Text-Bild-Ansicht Band 258

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Auch der Soda-Entwickler, welcher zuerst in Amerika (besonders von Cooper, Newton u.a. empfohlen) Eingang in die Praxis fand, bewährt sich sehr:

A B
500cc Wasser 500cc Wasser
100g Natriumsulfit 50g krystallinische Soda
14g Pyrogallol
5 bis 10 Tropfen Schwefelsäure

Man mischt vor dem Gebrauche 20 Th. von A, 20 Th. von B und 20 Th. Wasser.

Die entwickelten Platten werden gut mit Wasser abgespült, meistens durch einige Minuten in ein starkes Alaunbad gelegt, abgespült und dann erst in einer Lösung von unterschwefligsaurem Natron (1 : 5) fixirt.

Theoretisches Interesse bietet die von Abney gemachte Beobachtung, daſs das Gemisch von schwefligsaurem Natron und Pyrogallol (ohne Zusatz eines Alkalis) ein merkliches Entwickelungsvermögen für Bromsilber und Chlorsilber besitzt.

Der von Egli und Spiller (1884) entdeckte Hydroxylamin-Entwickler (salzsaures Hydroxylamin und Aetznatron) findet wegen des hohen Preises dieses Präparates keine Verwendung, obschon er ganz vortreffliche Eigenschaften besitzt. Eine gute Vorschrift zum Entwickeln von Bromsilber-Gelatine ist:

A) 1 Th. salzsaures Hydroxylamin gelöst, in 15 Th. Alkohol,

B) 1 Th. Aetznatron, gelöst in 8 Th. Wasser.

Vor dem Gebrauche mischt man 60 Th. Wasser, 3 bis 5 Th. A mit 5 Th. B.

Vom Referenten wurde mit Erfolg das schwefligsaure Ammoniak im Pyrogallol-Entwickler eingeführt (April 1885) und er machte am 5. Mai 1885 in der Wiener Photographischen Gesellschaft Mittheilung über die von ihm entdeckte Eigenschaft der Hydrazine (speciell des Phenylhydrazins, welches ihm freundlichst von Hrn. Dr. Walter in Basel zugeschickt worden war) in alkalischer Lösung als Entwickler für Lichtbilder auf Brom- und Chlorsilber zu wirken.3)

Die entwickelten Negative werden, wie erwähnt, in gelöstem unterschwefligsaurem Natron fixirt. Um das Ablösen der Gelatineschicht in den Fixirbädern, welches namentlich im Sommer leicht eintritt, zu verhindern und die Schicht zu festigen, mischt man 1 Th. Fixirnatronlösung (1 : 4) mit ½ bis 2 Th. gesättigter wässeriger Alaunlösung. Die Mischung wird bald trübe unter Ausscheidung von Schwefel und Schwefligsäure, wirkt aber trotzdem zweckentsprechend. Leider werden die Negative auch milchig, was allerdings deren Güte beim Copiren nicht schadet, aber unschön aussieht und die Ursache ist, warum man die gemischten Fixirnatron- und Alaunbäder nur ausnahmsweise im Nothfalle verwendet. Die fixirten Negative werden gewaschen, getrocknet, lackirt und verwendet, oder je nach Bedarf zuvor verstärkt oder abgeschwächt.

3)

Einige Zeit später wurde bekannt, daſs Dr. Jacobsen auf denselben Gegenstand ein deutsches Patent angemeldet habe.