Text-Bild-Ansicht Band 258

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der Bewegung, ferner Anschütz in Lissa i. P., welcher Menschen und Thiere in Bewegung, Vögel im Fluge u. dgl. photographirte und in seinen Leistungen unübertroffen dasteht; seine systematischen Reihenbilder von in Bewegung befindlichen Thieren sind mustergültig und werden von mehreren Akademien und vom Staate unterstützt.7) Daſs es Kayser im J. 1884 gelang, eine Blitzphotographie im groſsen Maſsstabe zu erhalten, ist bekannt. Daran knüpfen sich zahlreiche Versuche mit der Photographie des elektrischen Funkens von Welten, Melckbecke-Plücker, Stein u.a. Es gelang ferner endlich am 17. März 1885 Tromholt ein schönes Nordlicht mit einer Exposition von 8½ Minuten zu photographiren, wobei allerdings nur ein schwaches Bild erhalten wurde. C. Ray Wood stellte in seinem Observatorium in Riffell bei Zermatt 150 gelungene Photographien der Corona nach Huggins' Methode her. – Um Himmelskarten (Sternkarten) auf photographischem Wege zu erzeugen, haben Paul und Prosper Henry einen neuen Apparat construirt und schöne Erfolge damit erzielt. In einem der Pariser Akademie vorgelegten Cliché konnte man 5000 Sterne 6. bis 15. Gröſse zählen.

Die Photogrammetrie, welche Meisenbach erfand, ist bekanntlich ein sehr gutes Mittel, um eine einfache Darstellung von Bauwerken mittels photographischer Meſsapparate zu erhalten. Die Methode ist schon seit dem J. 1867 bekannt, allein wegen der erforderlichen hohen Genauigkeit der Instrumente, sowie Vorsicht bei der Arbeit, nicht oft mit Erfolg ausgeübt worden. Der Deutsche Reichstag gewährte nun 10000 M. zur Förderung der Photogrammetrie. Dadurch und durch die unausgesetzten Bemühungen von Meisenbach, Dr. Stolze u.a. scheint ein wichtiger Schritt in der Entwickelung der messenden Photographie gethan, welcher alle Beachtung verdient.

Für Photomikrographie, d.h. Aufnahmen von Gegenständen mittels eines Mikroskopes, werden verschiedene Färbungsmittel vorgeschlagen. Piersol empfiehlt eine schwach ammoniakalische Lösung von Hämatoxylin. Besser soll (nach Wiegert) die Färbung für photographische Zwecke werden, wenn man die mit Hämatoxylin behandelten Präparate in eine Lösung aus 100 Th. Wasser, 1 Th. Borax, 2½ Th. rothem Blutlaugensalz legt. Diese Färbung ähnelt dem Bismarckbraun, liefert aber bessere Unterscheidungen.

Die Photographie vom Luftballon aus wurde mehrfach versucht. Es ist hier der Engländer Shadbold zu nennen, besonders aber der Franzose Gaston Tissandier, welcher mit Ducon eine Luftfahrt bei Paris unternahm und 5 schöne Aufnahmen erhielt, wovon eine in der Zeitschrift „La Nature“ wiedergegeben ist. Der Augenblicksverschluſs ergab 1/15 Secunde Belichtung;

7)

Mit ebenso viel Spannung als auf dieses deutsche Werk sieht man der Veröffentlichung des ähnliche Bestrebungen verfolgenden Werkes des Amerikaners Muybridge entgegen, von welchem der Subscriptionspreis 100 Dollars betrag und das im J. 1886 erscheinen dürfte; es sollen zahlreiche zahme und wilde Thiere in allen Zuständen der Bewegung photographirt worden sein.