Text-Bild-Ansicht Band 256

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den Cylinder eingesaugte Auſsenflamme (vgl. Bisschop 1878 230 * 290. 1885 255 * 495). Steht das Gemisch aber unter höherem Drucke, so wird gewöhnlich in einer Mulde des Schiebers o. dgl. mit Hilfe einer ständig brennenden Flamme eine sogen. Uebertragungsflamme gebildet, welche zunächst von der Auſsenluft abgeschnitten und dann mit dem Arbeitscylinder in Verbindung gesetzt wird, um hier zu zünden. Statt dieser Uebertragungsflamme, deren Entstehung nicht immer zuverlässig erfolgt, wird namentlich in neuerer Zeit die Entzündung durch elektrische Funken bewerkstelligt, wie dies schon Lenoir vorschlug; auch durch starke Erhitzung eines mit dem Cylinderende in Verbindung stehenden Raumes, einer Röhre o. dgl., in welche das Gasgemenge beim Verdichten hineingedrückt wird, hat man die Zündung und in gewissen Fällen (vgl. Daimler 1884 254 * 410) eine Selbstzündung herbeizuführen gesucht.

Bei der Zündung mittels Uebertragungsflamme ist zu unterscheiden, ob diese Flamme gebildet wird in einem kleinen Raum am Arbeitscylinderende, einer Mulde im Schieber u.s.w., nachdem dieser Raum von irgend einer Stelle aus mit brennbarem Gemische gefüllt ist, welches unter dem Drucke im Cylinder steht, oder nicht. Diese Flamme kann nun während der Zeit des Abschlusses von der Auſsenluft bis zur Verbindung mit dem Cylinderinneren bezüglich der Speisung entweder auf das im Raume befindliche Gemisch angewiesen sein, oder anderweitig mit Brennstoff versorgt werden. Im ersteren Falle wird der Raum für die Uebertragungsflamme gewöhnlich als Explosionskammer so groſs bemessen, daſs darin gewissermaſsen schon eine Verpuffung stattfindet, welche dann in den Cylinder übertragen wird.

Eine eigenartige Zündvorrichtung von W. W. Tonkin in London (* D. R. P. Nr. 26644 vom 23. Juni 1882) ist in der durch Fig. 1 Taf. 13 veranschaulichten Form für Gasmotoren bestimmt, welche ohne Verdichtung der Ladung arbeiten.

Von der Zuleitung B führt eine Düse in eingestellter Menge Gas in den Kanal J des Schiebers A, wobei es Auſsenluft mitreiſst. Der Kanal J mündet in den Kanal K und tritt durch diesen wieder bei O aus dem Schieber A; dort wird das ausströmende Gemenge von der kleinen Zündflamme L entzündet und brennt als ruhige Flamme, bis der Schieber eine solche Stellung eingenommen hat, daſs der vorwärts gehende Arbeitskolben die Zündflamme durch den Kanal K in den Cylinder einsaugen kann. Da die nachströmende Luft die Verbrennung der Gase in dem Kanäle K leicht unterhält, so kann der Kanal ziemlich lang und doch eng sein.

Der Kanal K ist so angeordnet, daſs derselbe kurz nach dem Einsaugen der Flamme in den Kanal bei O durch die Fortbewegung des Schiebers vom Schiebergehäuse geschlossen wird, so daſs der Kanal K nach auſsen hin geschlossen ist, bevor durch die Zündflamme die Zündung der Gase in dem Cylinder stattfindet.

Fig. 2 Taf. 13 zeigt diese Zündvorrichtung an einer Gasmaschine mit Schieberzündung.

Der Kanal J wird hier von der Gaszuleitung J1 gespeist, welche auch die Zuführung von Gas durch den Schieberkanal a in den Cylinder besorgt. In der gezeichneten Stellung des Schiebers M hat soeben die Ansaugung von Gas