Text-Bild-Ansicht Band 256

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durch Kanal a und von Luft durch Ventil b, Kanal c und G seitens des vorgehenden Arbeitskolbens stattgefunden und die weitere Gaszuführung ist abgeschnitten; auch ist das ständig durch Rohr J1 gespeiste Zündflämmchen K von der Flamme L entzündet. Geht nun der Schieber M weiter nach links, so saugt der Arbeitskolben durch den nun frei gelegten Zugang C des Kanales e die Flamme K in den Cylinder hinein und schlieſst der Schieber auch gleichzeitig den Kanal c am anderen Ende ab. Es ist nachgewiesen, daſs eine Flamme für noch längere Strecken genügende Durchschlagskraft besitzt.

Wird statt des Schiebers ein Hahn benutzt, so laufen die Kanäle J und e am Umfange desselben in ähnlicher Weise wie in Fig. 2 entlang.

Arbeitet die Maschine mit verdichteter Ladung, so wird diese Zündung etwas umständlicher, da eine Einrichtung vorgesehen werden muſs, welche die Zündflamme unter einem höheren Drucke, als im Arbeitscylinder bei der Verdichtung der Ladung herrscht, in den Cylinder treibt.

Die von Tonkin vorgeschlagene Ausführung ist recht interessant. Sowie die Zündung der Uebertragungsflamme stattgefunden hat, findet der völlige Abschluſs derselben von der Auſsenluft statt; dagegen erfolgt nunmehr die Speisung dieser Flamme mit gepreſster Luft; letztere ist in einem besonderen Behälter so stark verdichtet, daſs sie nach Oeffnung des Zündkanales zum Arbeitscylinder die Flamme in den Cylinder drücken kann.

Eines ähnlichen Durchschlagskanal es bedient sich Joh. Spiel in München (* D. R. P. Nr. 27309 vom 30. März 1883), dessen Zündvorrichtung, für Schieber bestimmt, in Fig. 3 und 4 Taf. 13 dargestellt ist.

In dem Schieber befindet sich ein eigenthümlich gebauter Brenner b, welchem aus dem Verbrennungsraume A des Cylinders während der Verdichtungszeit durch den Kanal q Brennstoff zugeführt wird. Vor dem Brenner liegt die Kammer o, welche zur Aufnahme der Uebertragungsflamme zwischen der äuſseren Zündung und der Ladung im Cylinder dient. Die vor und in dem Brenner gebildete Kammer ist am Fuſse des ersteren ringförmig erweitert und in diese Erweiterung mündet der Kanal g, so daſs der Brennstoff, zunächst rückwärts gehend, den ganzen Umfang des Brenners bestreicht, dann erst in das Innere desselben tritt und so an der äuſseren, wie an der inneren Wandung des heiſsen Brenners derart vorgewärmt wird, daſs eine leichte Entzündlichkeit herbeigeführt ist.

Ist die Vermittelungskammer mit Gas gefüllt und geht der Schieber während der Verdichtungszeit, durch einen an der Steuerungswelle befindlichen Daumen verstellt, bis zur Oeffnung z im Schieberdeckel vor, so entzünden sich die in der Vermittelungskammer befindlichen Gase an der äuſseren Flamme, brennen beim Rückgange des Schiebers in der Vermittelungskammer fort, bis diese vor die Oeffnung w im Cylinderdeckel tritt und die Uebertragungsflamme in die Ladung schlägt und diese entzündet. Sobald die Brenneröffnung an die Oeffnung w tritt, ist dieselbe gegen die Durchbrechung z im Schieberdeckel abgeschnitten und umgekehrt, wenn sie der Oeffnung z gegenüber tritt, gegen w abgesperrt, so daſs eine Verbindung zwischen z und w in keinem Falle stattfinden kann.

Zur Unterhaltung der Uebertragungsflamme dient der Kanal q; derselbe erweitert sich, sobald die auſsere Zündöffnung abgedeckt ist, um die Ausgleichung der Spannung zwischen dieser Flamme und der Ladung zu beschleunigen.

Einfacher ist die in Fig. 5 Taf. 13 gezeichnete eigenartige Ventilzündung ausgefallen. Im Cylinderdeckel befindet sich der Brenner b, welcher aus dem Verbrennungsraume während der Verdichtungszeit durch den Kanal q gespeist wird. Vor dem Brenner liegt, nach dem Cylinder hin, durch die Ventilklappe V abgeschlossen, eine Kammer l, welche zur Aufnahme der Uebertragungsflamme zwischen äuſserer Zündung und Ladung im Cylinder dient. Ist nun die Vermittelungskammer mit Gas gefüllt, so entzündet sich dieses, nachdem durch einen an der Steuerwelle angebrachten Daumen das Ventil r von der äuſseren Zündöffnung abgehoben ist, und bleibt hier auch in Folge der ununterbrochenen