Text-Bild-Ansicht Band 256

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Zuführung des Brennstoffes durch q brennen, wenn die äuſsere Zündflamme durch Ventil r wieder abgeschnitten ist. Hat nun kurz vor Beendigung der Verdichtungszeit der Kolben den unteren Todtpunkt nahezu erreicht, so wird durch den am Kolben befestigten Stift s das Ventil V aufgestoſsen und die Uebertragungsflamme tritt in die Ladung und entzündet diese; dabei wird die Zuführung des Brennstoffes durch die Stiftschraube t an der Vermittelungskammer nach Bedarf geregelt. Die Ventilklappe ist auf ihre Lagerfläche luftdicht aufgeschliffen; dieselbe wird daher während der Verdichtungszeit durch den Druck von innen dicht geschlossen; die Ladung kann sich nicht früher entzünden, bis die Ventilklappe V vom Kolben aus aufgestoſsen wird.

Die letzt beschriebene Construction erfährt eine eigenartige Ausbildung durch die bereits vielfach ausgeführte und bewährte Zündvorrichtung von E. Körting und G. Lieckfeld in Hannover (* D. R. P. Nr. 19384 vom 13. Mai 1881, vgl. 1883 247 * 148, und * Zusatz Nr. 27064 vom 18. November 1883). Auf Grund der mit der früheren Ausführung gemachten Erfahrungen hat man den Abschluſs des Zündrohres nach auſsen, in gleicher Weise wie in Fig. 5 Taf. 13 angenommen, durch einen Stempel bewerkstelligt.

Das in einer Hülse b (Fig. 6 bis 8 Taf. 13) bewegliche Zündrohr h ist bei o kegelförmig gestaltet; dasselbe hat an der Spitze eine enge Bohrung r, sowie an den Seiten die Oeffnungen g; erstere steht mit dem Explosionsraume bezieh. mit dem dahin führenden Eintrittskanale für das Gasgemisch beständig in Verbindung, während die Oeffnungen g bei gehobener Lage des Rohres geschlossen sind (Fig. 7), dagegen bei der unteren Stellung desselben einen Verbindungsweg zwischen dem Rohrinneren und dem Explosionsraume bezieh. dem Kanäle t (Fig. 9) bilden. Auch ist das Rohr mit einer, am besten kegelförmigen, Ringfläche pi, welche in diesem Falle als Absatz des Rohres ausgebildet ist, versehen; diese legt sich gegen einen gleichgeformten Absatz p der Hülse und wirkt dann als Ventil, um jeden Austritt von Gasgemisch zwischen dem Rohre und der Hülse hindurch zu verhindern.

Abweichend von der früheren Anordnung führt sich oberhalb des Rohres h in der Hülse b der Ventilkegel m, welcher mit der Fläche l1 gegen einen zweiten in der Hülse vorhandenen Absatz l anliegt und den Innenraum des Rohres gegen die Atmosphäre abschlieſst, wenn beide Theile (Ventilkegel und Rohr) sich in ihrer unteren Lage befinden. Auſserdem sind der Kegel mund das Rohr h so bemessen, daſs ersterer bei seiner Abwärtsbewegung gegen das Rohr stöſst, wenn dieses sich in gehobener Stellung befindet. Endlich ist noch die Hülse b nach unten verlängert und mit einem eingeschraubten Ring d versehen, um die Bewegung des Rohres nach unten zu begrenzen, sowie mit Durchbrechungen c, welche mit den Oeffnungen g übereinstimmen. Vor einem Loche in dem nach auſsen mündenden Stutzen s der Hülse b brennt die Zündflamme q.

Kurz vor dem Zeitpunkte, wo die Entzündung des Gasgemisches stattfinden soll, wird der Ventilkegel m durch die Maschine gehoben. Das gegen den Boden des Zündrohres drückende verdichtete Gemisch treibt nun das Rohr aufwärts, bewirkt einen dichten Schluſs zwischen den Flächen p und p1, strömt durch r in das Innere des Rohres und entzündet sich an der Zündflamme q. Die Entzündung pflanzt sich rückwärts bis in das Innere des Kegels o fort, woselbst dann eine vom Gasgemische durch r hindurch gespeiste Flamme weiter brennt. Wird nun von der Maschine aus der Ventilkegel m niedergedrückt, so stöſst dieser gegen das Zündrohr ä, treibt dasselbe herunter und bewirkt gleichzeitig durch die sich gegen l legende Fläche l1 einen dichten Abschluſs gegen die Atmosphäre. Mit dem Niederfallen des Rohres h werden die Oeffnungen g frei, die im Kegel o brennende Gemischflamme entzündet das vor diesen Oeffnungen vorhandene Gasgemisch und leitet, damit die Verbrennung des ganzen in dem Explosionsraume vorhandenen Gemenges ein.

Der Antrieb des Ventilkegels m von der Maschine aus kann in verschiedener