Text-Bild-Ansicht Band 256

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Weise geschehen; eine Anordnung zeigt Fig. 9. Hiernach ist in der Verlängerung von m eine in geeigneter Weise geführte Stange e angebracht, die oben eine Rolle i trägt, gegen welche ein Bogenstück wirkt; letzteres besitzt an einem Ende einen Ausschnitt u und wird von einem auf der Kurbelwelle der Maschine steckenden Excenter bewegt. So lange der kreisförmige Theil des Bogenstückes mit der Rolle i in Berührung ist, drückt die Stange e gegen den Ventilkegel m und hält diesen geschlossen. Tritt aber der Ausschnitt u über die Rolle i, so ziehen zwei bei a und f befestigte Federn den Kegel m in die Höhe. Je nach der Stellung des bewegenden Excenters läſst sich durch diese Einrichtung die Entzündung früher oder später bewirken.

Eine prinzipiell wenig verschiedene Ausführung weist die folgende Zündvorrichtung von G. Adam in München (* D. R. P. Nr. 28012 vom 6. Oktober 1883) auf. Die Zündflamme soll auch hier aus dem Cylindergemenge gespeist werden.

Von den im Cylinder eingesaugten und verdichteten explosiblen Gasen strömt bei entsprechender Stellung des Schiebers ein Theil durch das feine Loch a (Fig. 12 Taf. 13) durch die Bohrung der Metallschraube b und durch die Löcher des Siebes c in den Zündkanal d; hier ist der Druck der Gase ausgeglichen bezieh. der von der Verdichtung im Arbeitscylinder herrührende Druck so weit aufgehoben, daſs eine Flamme vor dem Siebe c im Zündkanale überhaupt brennen kann. Im Zündkanale d treffen alsdann die Gase auf die Schneide e, so daſs ein Theil derselben nach der Seite des Arbeitscylinders zu nach einem Luftkanale f (Fig. 10), der andere Theil zur äuſseren, stets brennenden Zündflamme g gedrückt wird. Nunmehr entzünden sich die im Zündkanale befindlichen Gase und bilden eine Stichflamme. Bei weiterer Bewegung des Schiebers tritt die Stichflamme mit einem Kanäle h (Fig. 10) des Arbeitscylinders in Verbindung; der Zündkanal ist dann nach der Seite der stets brennenden äuſseren Zündglamme gedeckt, ebenso auch der Kanal f abgesperrt und die Zündung der explosiblen Ladung im Arbeitscylinder wird durch die Stichflamme im Zündkanale bewirkt.

Der an Stelle des Zündkanales d punktirte Kanal i würde ebenfalls zur Zündung benutzt werden können, da in Folge seiner kegelförmigen Gestaltung die zur Bildung der Stichflamme dienenden Gase ebenfalls rasch zur äuſseren Zündflamme getrieben werden. Diese Zündung ist auch bei Betrieb mit Oel oder Oelgas anwendbar.

Erfolgt die Zündung und Steuerung mittels Ventile statt Schieber, so wird folgende Anordnung gewählt: An dem Arbeitscylinder ist ein guſseisernes Gehäuse k (Fig. 11 Taf. 13) angebracht, in welchem das Einlaſs- und Regulirventil l, das Zündventil m und das Auspuffventil n sitzen. Das Einsaug- und Regulirventil besteht aus dem guſseisernen Gehäuse o1, dessen Kanäle p und q zur Zuführung von Luft bezieh. Gas dienen. Das hohle Ventil l, welches sich in diesem Gehäuse bewegt, hat entsprechende Oeffnungen r bezieh. s zum Einsaugen von Luft oben und zum Einströmen von Gas unten, ferner Oeffnungen t für gemeinschaftlichen Austritt von Luft und Gas (explosiblem Gemisch) aus dem Ventile in das Gehäuse k und in den Arbeitscylinder. Oeffnet man das Ventil durch Niederdrücken, so beginnt der Motor anzusaugen. Es tritt erst die Luftkammer p mit dem Inneren des Ventiles durch r in Verbindung, um Störungen in der Gasleitung zu verhüten, falls sich noch ein Ueberdruck im Gehäuse k vorfinden sollte; dann treten die Gaslöcher s mit der Gaskammer q in Verbindung, die einströmende Luft reiſst das Gas mit sich, mischt sich gleichzeitig innig mit demselben und gelangt so durch Kanal t in das Gehäuse k und von da in den Arbeitscylinder.

Das Zündventil m ist ebenfalls hohl und gleitet wie bei Körting und Lieckfeld in einem guſseisernen Gehäuse u auf und ab. Unten am Zündventile ist die in Fig. 10 und 12 beschriebene Einrichtung angebracht. Das hohle Ventil ist im Gehäuse durch Einlagen v abgedichtet und wird durch eine Feder gegen seinen Sitz gedrückt. Das Gehäuse u wird durch Wasser bei w gekühlt, um einer übermäſsigen Erhitzung des Ventiles vorzubeugen. In dem hohlen Ventile