Text-Bild-Ansicht Band 256

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liegt in der Gröſse dieser Uebertragungsflamme, deren Bildung hier als Vorexplosion aufgefaſst werden kann.

Durch Verbindung mit der Welle wird der auf der Stange festsitzende Kolben b (Fig. 15 und 16 Taf. 13) in der Richtung des Pfeiles angezogen, wobei Luft angesaugt wird; der Kolben c bleibt in der Stellung 2 (Fig. 15) stehen. Sobald der Kolben b bei m angelangt ist, strömt Gas aus der Röhre g in den Zwischenraum und entzündet sich an der auſsenstehenden Flamme (vgl. Fig. 16). Auf diesem Punkte angelangt, ist die am Ende der Kolbenstange befindliche Scheibe q in den Einschnitt des Kolbens c eingetreten und führt den Kolben mit sich. Die beiden Kolben werden nun zusammen weiter bewegt, der Kolben c schneidet bei diesem Vorgange die Zündflamme ab, der Kolben b öffnet die Mulde f und das von hier ausströmende Gemisch wird von der Uebertragungsflamme in der Kolbenkammer entzündet. Man kann an Stelle der Mulde mit demselben Erfolge entweder einen Bunsen'schen. Brenner, oder zwei dicht neben einander gelegene Röhrchen, wovon das eine mit Gas, das andere mit verdichteter Luft gespeist wird, in Anwendung bringen. Nach der Zündung des Gases in der Mulde öffnet der Kolben b bei seinem weiteren Wege den Einschnitt o im Arbeitscylinder und nun entzündet sich das Gemenge im Arbeitscylinder an der aus der Mulde schlagenden Flamme. Beim Rückgange des Kolbens b bleiben die verbrannten Gase zwischen den beiden Kolben, bis der Kolben c an der Röhre p (Fig. 15) angelangt ist. Der Kolben c bleibt stehen und b drängt die verbrannten Gase durch dieses Röhrchen und schiebt nach Entfernung derselben den Kolben c wieder über den Einschnitt d zurück. Die in der Mulde befindlichen verbrannten Gase entweichen bei k und derselbe Vorgang wiederholt sich von Neuem.

Neben der Flammenzündung wird, wie eingangs erwähnt, die bereits von Lenoir benutzte Zündung durch elektrische Funken neuerdings wieder sehr gepflegt. Während jedoch früher die Erzeugung der elektrischen Zündungsfunken durch Anwendung galvanischer Elemente versucht wurde (Lenoir), wird neuerdings an Stelle der galvanischen Elemente ein elektrischer Erreger in Gestalt eines Elektromagnetes (vgl. N. de Kabath 1884 253 173) oder eine Dynamomaschine gesetzt, welcher von der Betriebswelle der Maschine selbst bethätigt wird.

Gebrüder J. und C. Lassen in Darmstadt (Erl. * D. R. P. Nr. 4791 vom 5. April 1878) verwenden eine Gramme'sche Maschine, welche behufs Anlassung der Gasmaschine von einem Handvorgelege, dann aber durch Riemen von der Betriebswelle aus in Gang gesetzt wird. Der so erzeugte Strom wird durch einen Ruhmkorff'schen Inductor geführt, von welchem aus Drähte nach der in nebenstehender Figur dargestellten Contactvorrichtung laufen.

Textabbildung Bd. 256, S. 204

Vier Federn a sind neben einander am Arbeitscylinder isolirt befestigt; zwei derselben stehen mit dem Inductor in Verbindung, während die beiden anderen an den im Explosionsraume der Gasmaschine befindlichen Zünder angeschlossen sind. Sowie nun die von der Gasmaschine umgetriebene Rolle c durch ihre isolirt aufgesetzten Nasen b, welche in gleicher Anzahl wie die Federn a diesen entsprechend angeordnet sind, auf die Federn treffen, ist der Strom geschlossen und ein Funken springt im Zünder über.

Trotz der Einführung einer zuverlässigeren Elektricitätsquelle sind diese Zünder nicht durchaus sicher. Es bilden sich nämlich auf den Contactspitzen