Text-Bild-Ansicht Band 256

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(den Zündern) starke Niederschläge aus den Verbrennungsrückständen, welche bald verhindern, daſs ein Funken zwischen beiden Spitzen überspringt; die Zündung wird also unterbrochen. Um diesen Uebelstand zu beseitigen, schlägt S. Marcus in Wien (* D. R. P. Nr. 25947 vom 20. Mai 1883) vor, die sich gegenüber stehenden Spitzen dadurch von Niederschlägen frei zu halten, daſs dieselben beständig auf einander gleiten, sich also blank scheuern; dabei sollen auch jedesmal feine Metalltheilchen losgerissen werden, welche bei der Funkenbildung mit ins Glühen gerathen und so die Zündfähigkeit wesentlich erhöhen. Dieses Schleifen der Contacte an einander kann sowohl durch Hin- und Herbewegung des einen Zündstiftes (vgl. Fig. 17 Taf. 13), als auch durch Drehung desselben (Fig. 18) bewirkt werden.

Die Marcus'sche Zündvorrichtung ist in Fig. 19 bis 23 Taf. 13 dargestellt. Die aus einem cylindrischen Eisenringe geschnittenen Stücke B und B1 bilden die Pole eines kräftigen Magnetmagazins, welches aus einer Anzahl Magnetstäben c und der an diese geschraubten Eisenplatte q gebildet wird. Eine viereckige Platte J aus beliebigem Material, welches durch den Magnetismus nicht erregt wird, bedeckt und befestigt die ringförmige Stirnseite desselben. Die Stäbe c sind radial um die Ringstücke derart gruppirt, daſs je die halbe Anzahl der Magnetstäbe zu einem gemeinsamen Magnetpole vereinigt ist. Zwischen den Polen dieses Magnetes befindet sich der um die Achse D drehbare Eisenanker F, welcher aus dem cylindrischen Mittelstücke f und den beiden Endplatten f1 und f2 zusammengesetzt ist. Um den cylindrischen Theil des Ankers ist auf einer isolirenden Spule die isolirte Kupferspirale g gewunden, deren Anfang mit dem metallischen Körper des Apparates und deren Ende mit dem auf der Achse D sitzenden und von ihr isolirten Ringe h fest verbunden ist. Die beiden Platten i und i1, welche an den Anker geschraubt sind, dienen zur Befestigung und Verbindung der aus zwei Theilen bestehenden Achse D mit dem Anker F. Zwischen dem Ringe h und der Drahtklemme k stellt die Schleiffeder h1 mit dem Metallstücke w eine leitende metallische Verbindung her. Die Drahtklemme k ist von der Deckplatte J, an welcher sie durch eine nicht leitende Hülse befestigt ist, isolirt. Die Achse D findet einerseits in der Platte J und andererseits in der eisernen Bodenplatte c1 ihre Lagerung und ragt auf beiden Seiten durch dieselbe hervor.

Auf die Achse D ist ein Hebel q aufgesetzt, welcher von dem Stifte r mitgenommen wird (vgl. Fig. 21). Derselbe befindet sich an der Scheibe s, welche excentrisch zur Achse D gelagert ist und mittels eines Bandes y von einer Antriebscheibe W aus betrieben wird. Durch die Anwendung einer solchen Kurbelschleife wird der Welle D bezieh. dem Strom erzeugenden Anker eine ungleichförmige Geschwindigkeit ertheilt.

Die gleichmäſsige Bewegung der Scheiben s und W wird dadurch erzielt, daſs ein mit Warzen versehenes Stahlband y um die Scheiben s und W geführt ist, welches mit seinen Warzen in entsprechende Vertiefungen dieser Scheiben eingreift und dadurch am Gleiten verhindert ist. Durch die Ausdehnung der Polschuhe des Magnetmagazins auf die ganze Breite der Eisenstücke einestheils, sowie durch die Anwendung der Kurbelschleifbewegung zum Antriebe der Erregungsspirale anderentheils wird der Anker während seiner Umdrehung behufs Erzielung einer möglichst vollkommenen magnetischen Sättigung thunlichst lange der Wirkung des Magnetmagazins ausgesetzt, während die Stromunterbrechung rasch erfolgt.

Auf der Achse A (vgl. Fig. 20) sitzt eine Formscheibe w, welche den Zündstift z, der isolirt und gasdicht in den Explosionsraum eingeführt ist, langsam bewegt und über die Nase u1 rasch abfallen läſst. Dem freien Ende des Stiftes z steht von der Gegenseite ein Stift z1 gegenüber, ähnlich wie in Fig. 17, aber in lothrechter Lage. Wenn der Stift z hineingedrückt wird, was in Folge der beschriebenen Anordnung nur sehr langsam erfolgt, kommen die freien, in