Text-Bild-Ansicht Band 256

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den Explosionsraum ragenden Stiftenden z und z1 in schleifenden Contact und entfernen sich, sobald die Nase u1 dies bedingt, rasch von einander. Die in gegen einander isolirte Contactgeber z und z1 auslaufenden Enden der magnetelektrischen Spirale gelangen demnach im Inneren des Explosionsraumes bald in Berührung, bald trennen sie sich wieder von einander. Durch das rasche Entfernen der beiden Zündstiftspitzen von einander entsteht ein elektrischer Funken, durch welchen das Gasgemenge entzündet wird. Diese Zündbewegung muſs mit der Bewegung des Strom erzeugenden Magnetinductors derart übereinstimmen, daſs während der Magnetisirung des Strom erregenden Eisenkernes sich die metallischen Contactspitzen des Zünders berühren, an einander schleifen, sich hingegen im Augenblicke der Entmagnetisirung oder des Polwechsels rasch von einander entfernen. Die drehende Bewegung des Stiftes z erfolgt durch Kegelräder.

An die beschriebenen Zündvorrichtungen reihen sich noch solche, welche nicht durch eine Flamme oder einen Funken, sondern allein durch die Berührung des Gasgemenges mit einem stark erhitzten Körper wirken sollen.

Nach einem Vorschlage von W. Lehmann in Leipzig (* D. R. P. Nr. 3299 vom 11. April 1878) wird auſserhalb der Maschine eine Platinnadel durch eine Bimsen'sche Flamme erhitzt und dann durch eine mit Ventil oder Schieber verschlieſsbare Oeffnung im gewünschten Zeitpunkte in den Arbeitscylinder eingeführt. Selbstverständlich läſst sich dieser Vorschlag nur bei Maschinen anwenden, welche ohne Verdichtung des Gemisches arbeiten.

Dagegen ist die Zündvorrichtung von L, Funk in Aachen (Erl. * D. R. P. Zusatz Nr. 7408 vom 22. März 1879) auch für Compressionsmaschinen anwendbar. Hier steht mit dem Explosionsraume des Arbeitscylinders eine nach innen offene, nach auſsen geschlossene Röhre aus Platin in Verbindung, deren Oeffnung in dem Cylinder aber durch einen gesteuerten Schieber verstellbar ist. Dieselbe wird auſsen durch eine Flamme stark erhitzt. Soll die Zündung im Cylinder erfolgen, so öffnet der Schieber dem Gemenge im Cylinder den Zugang in diese Röhre, so daſs in Folge der starken Erhitzung an den Wandungen die Entzündung stattfindet.

Wie weit Daimler diese Zündungsart ausgebildet hat, ist bereits (1884 254 * 410) beschrieben.

Mg.

Donaldson's Wassersäulenmaschine und Luftverdichtungspumpe.

Mit Abbildung auf Tafel 13.

Eine Wassersäulenmaschine, welche sich insbesondere durch ihre eigenthümliche Steuerung wesentlich von allen bisher bekannten unterscheidet, ist nach Engineering, 1885 Bd. 39 S. 185 von W. Donaldson in London construirt und zunächst für den Betrieb einer Luftverdichtungspumpe für Bergwerkszwecke zur Anwendung gebracht worden.