Text-Bild-Ansicht Band 278

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Schiffskessel, 4572mm Länge, 4572mm Durchmesser, 2 Feuerungsröhren von 876mm Durchmesser. Durch die Verwendung der Serve'schen Röhren ist ein Ueberschuſs von 10,42 bis 5,95 Quadratfuſs = 4,47 Quadratfuſs = 0qm,694 für jedes Serve-Rohr erzielt, so daſs sich die Gesammtheizfläche der Röhren zu 1312,9 Quadratfuſs und 732,7 Quadratfuſs und die der Kessel zu 1536,4 Quadratfuſs und 956,2 Quadratfuſs, also zu 142qm,7 und 88qm,8 berechnet. Ueber die Versuche gibt nachstehende Tabelle Auskunft:

Kessel mit Serve-Röhren Kessel mit glatten Röhren
Verfeuerte
Kohle
Ver-
dampftes
Wasser
Ver-
dampfungs-
zahl
Wärme
des Speise-
wassers
Verfeuerte
Kohle
Ver-
dampftes
Wasser
Ver-
dampfungs-
zahl
Wärme
des Speise-
wassers
Oktober in Pfund in Pfund in Pfund in Pfund
21 3808 32500 8,5 4144 31000 7,5 mit 1,5 Zoll Was-
sersäule
21 1808 18200 10,2 2240 20100 8,97 mit natürlichem
Zug
22 11872 114600 9,65 60 11872 103000 8,67 60 12 Stunden. Der
Zug wurde so
geregelt, daſs in
beiden Kesseln
gleiche Verbren-
nung stattfinden
sollte
23 6496 61500 9,47 62 6496 53200 8,2 62 7 Stunden mit
0,75 Wasser-
säule.

Zur Kenntniſs der Einwirkung von Chlorschwefel auf trocknende Oele.

Die gegenwärtig als Gummi-Ersatzstoffe in der Kautschukindustrie angewendeten Mittel werden hergestellt entweder durch Zusammenschmelzen von trocknenden Oelen mit Schwefelblumen, Elemi, Campher, Sandarak, Kaurigummi, Schellack, Harzölen u.s.w., oder durch Einwirkung von Chlorschwefel auf fette Oele. Bei der Herstellung letzterwähnter Producte verdünnt man den Chlorschwefel und das Oel mit Benzin, mischt beide Lösungen, erwärmt unter gleichzeitigem Verreiben des Productes, wäscht letzteres und trocknet es.

F. Ulzer und F. M. Horn untersuchten sowohl ein englisches wie ein deutsches Fabrikat und nehmen auf Grund ihrer Analysen an, daſs die bei Einwirkung von Chlorschwefel auf fette Oele gebildeten Producte Glycerinester mit eigenthümlichen schwefel- und chlorhaltigen Fettsäuren sind, und daſs bei der Verseifung mit alkoholischem Kali (wobei Geruch ähnlich dem Chloräthyl auftritt) und der Abscheidung der Fettsäuren mit Schwefelsäure die Hauptmenge des Chlors aus der Fettsäure, die noch den ganzen Schwefel enthält, abgespalten wird.

Bei einem Versuch der Verfasser, durch Einwirkung von Chlorschwefel auf reine Oelsäure eine Fettsäure herzustellen durch Lösen der Oelsäure in der 20fachen Menge Benzol, Zutropfenlassen des Chlorschwefels (1 Mol. auf 1 Mol.) und Abdestilliren des Benzols nach einstündigem Kochen am Rückfluſskühler resultirte eine dickflüssige, braune Fettsäure, die den aus Gummisubstituten abgeschiedenen sehr ähnlich war. (Mittheilungen des k. k. technologischen Gewerbe-Museums in Wien, Sect. für chemische Gewerbe, 1890 Bd. 4 S. 43, nach Chemiker-Zeitung, 1890 Bd. 14, Chemisches Repertorium, S. 223).