Text-Bild-Ansicht Band 277

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ersetzten 5976 Gasbrenner. Ein Gasbrenner nebst Zubehör (Anzünden u.s.w.) kostete jährlich 84 M., also 5976 = 501984 M.

In diesem Falle kostete das elektrische Licht 248336 M., also etwa die Hälfte mehr als das Gaslicht.

Die Mehrkosten für elektrisches Licht beliefen sich demnach im Jahre 1888 nur noch auf ungefähr 50 Proc. dem Gaslicht gegenüber, ein Procentsatz, unter welchen man bei den gegenwärtigen Kosten des elektrischen Lichtes wohl kaum kommen wird. Wie man ersieht, hat man für die Annehmlichkeiten, welche das elektrische Licht unzweifelhaft hat, unverhältniſsmäſsig zu zahlen, und es wird eine Frage der Zukunft sein, wie weit es zweckmäſsig ist, das Gaslicht durch elektrisches Licht zu ersetzen.

Der Aufsichtsrath der Gascommission in New York schätzte, daſs wenn es möglich gewesen wäre, allen Gesuchen, elektrisches Licht einzuführen, nachzukommen, man 2000 Bogenlampen nöthig gehabt hätte, welche 2318096 M. zur Unterhaltung gekostet hätten und nur für 395392 M. Gas ersetzt haben würden. Die Mehrkosten für elektrisches Licht würden 1922704 M., also mehr als die Hälfte der ganzen Summe betragen haben, welche für die öffentliche Beleuchtung in New York ausgesetzt worden ist.

Zum Schluſs macht Dr. Love noch darauf aufmerksam, daſs man die Intensität des elektrischen Lichtes früher überschätzt hat, indem man sie zu 2000 Normalkerzen annahm. Nach Messungen, welche von einigen Gesellschaften angestellt wurden, haben die Bogenlampen eine Lichtstärke von 1300 bis 500 Normalkerzen. Da die Menge Licht, welche auf das Trottoir und die Fahrstraſse geworfen wird, von gröſserer Wichtigkeit ist, als die Lichtmenge, welche eine Bogenlampe in wagerechter Richtung ausstrahlt, so lautet die Bestimmung in den Verträgen, welche die City mit den Gesellschaften abschlieſst, daſs eine Bogenlampe Licht von wenigstens 1000 Normalkerzen bei einem Winkel von 40° unter der wagerechten Ebene geben soll.

Kürzlich ist von den Gasgesellschaften ein Versuch gemacht worden, einen groſsen Regenerativbrenner, den sogen. Gordon-Brenner, für die Straſsenbeleuchtung einzuführen. Derselbe ist versuchsweise auf einigen Strecken der 5. und der Madisonstraſse, ferner auf der 49. und 50. Straſse mit sehr gutem Erfolge angewandt, und ohne Kosten für die Stadt. Während des Monats December. wurde ferner der Versuch gemacht, Lenox Avenue von der 110. bis zur 129. Straſse mit 75 dieser Brenner zu beleuchten. Die hohen Kosten, welche sich auf 5 Doll. oder 22 M. pro Brenner und Monat belaufen sollen, werden nach Ansicht des Berichterstatters wohl seine weitere Verbreitung unmöglich machen.

Das kürzlich stattgefundene Versagen der elektrischen Lampen und die damit verbundene völlige Dunkelheit vieler belebter Straſsen New Yorks hat die allgemeine Aufmerksamkeit auf das System der Straſsenbeleuchtung gezogen und gezeigt, daſs es nothwendig ist, die Straſsengasflammen im guten Zustande für sofortigen Gebrauch zu erhalten, jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt, wo das elektrische Licht zuverlässiger geworden ist und sich mehr eingebürgert haben wird (aus Journal für Gasbeleuchtung 1890 Bd. 33).

[Kleinere Mittheilungen.]

Quarzfäden.

Ueber die Vorzüge der Quarzfäden vor den bisher verwendeten Fäden handelt eine Abhandlung von C. V. Boys in Roy. Instit. of Great Britain vom 14. Juni 1889. Dieselben lassen sich ihrer Feinheit und auſserordentlichen Stärke wegen besonders als Torsionsfäden verwenden, zumal sie nicht wie Glasfäden der permanenten Torsion unterliegen. In mit Wasserdämpfen gesättigter Atmosphäre isoliren sie ebenso gut wie Bleiglas in trockener Luft. Der Grad der Feinheit, in welcher sie sich darstellen lassen, ist so groſs, daſs sie die bei Spinnfäden bekannten Farben zeigen, deren Reihenfolge jedoch wegen der Gleichmäſsigkeit der Fäden ganz regelmäſsig ist. Die feinsten Fäden sind so fein, daſs sie keine Farben mehr hervorrufen; dieselben entsprechen dem Grau und Schwarz in Newton's Scala. Auch mit dem besten