Text-Bild-Ansicht Band 276

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Die beim Leerlaufe (Fig. 4) und normalen Gange (Fig. 5) der Maschine abgenommenen beigefügten Diagrammcurven liefern den besten Beweis für die tadellose Dampfvertheilung und sorgfältige Ausführung dieser Motoren, und ihr Verhalten im Betriebe ist wohl dadurch gekennzeichnet, daſs bis jetzt bereits 150 Maschinen dieses Systems mit einer Gesammtleistung von etwa 13000 indicirten gebaut worden sind.

Die zwei in der groſsen Maschinenhalle von derselben Firma ausgestellten schnellgehenden Maschinen waren sogen. Hammermaschinen mit Condensation, und es sollen dieselben mit 370mm Cylinderdurchmesser, 330mm Kolbenhub und 250 minutlichen Umdrehungen bei 5k Spannung des Einströmdampfes und ⅓ Cylinderfüllung eine Leistung von je 150 entwickeln.

Lecouteux und Garnier bauten im J. 1884 die ersten beiden Maschinen dieses Systems, die eine für die elektrische Beleuchtungsanlage der mechanischen Weberei von Grandjean und Cie. in Saint-Souplet, die andere zum Betreiben der elektrischen Lichtmaschine im Museum Grevin in Paris. Jede dieser Maschinen leistet bei 300 minutlichen Umdrehungen 60 und beide sollen bis jetzt ohne Unterbrechung zufriedenstellend gearbeitet haben.

Wie aus Fig. 6 und 7 Taf. 8 zu entnehmen ist, besteht der Rahmen dieser Maschinen aus zwei, unten mit einander verbundenen hohlen Balken, welche sich auf einen guſseisernen Untersatz stützen und oben den Dampfcylinder tragen.

Die aus 5 Theilen zusammengesetzte Kurbelachse ist ebenso wie der Schieber und Regulator der Maschine besonders bemerkenswerth, da erstere mit der Kurbel bezieh. dem Kurbelzapfen nicht, wie bei derartigen Maschinen gebräuchlich, aus einem Stücke geschmiedet, sondern aus zwei mit Gegengewichten versehenen Guſsstahlscheiben gebildet ist, in welche die beiden Theile der Kurbelwelle, sowie der Kurbelzapfen hydraulisch gepreſst oder warm eingezogen sind. Es erwächst hieraus der Vortheil, Welle und Zapfen, wie es besonders bei schnell-gehenden Maschinen wünschenswerth ist, aus Material von verschiedener Härte herzustellen, indeſs muſs die Vereinigung der einzelnen Theile wohl mit der gröſsten Sorgfalt und Genauigkeit vorgenommen werden. Die an den Kurbelscheiben behufs Gleichförmigkeit des Ganges angebrachten Gegengewichte bestehen aus Blei, welches in den, einen Halbkreis umfassenden Hohlraum jeder Scheibe eingegossen wird. Die vereinigte Kurbelwelle liegt in zwei Lagern, deren guſseiserne Schalen den dreifachen Durchmesser der Welle zur Länge haben und ebenso wie die Bronzeschalen der Kurbelstange mit Weiſsmetall ausgefüttert sind.

In zwei an den Schieberkastenenden befindlichen Ausbohrungen bewegen sich durch eine Stahlstange mit einander verbundene Kolbenschieber derartig, daſs nach dem Inneren des Cylinders führende Dampfeinlaſskanäle abwechselnd geöffnet oder geschlossen werden; jeder