Text-Bild-Ansicht Band 276

Bild:
<< vorherige Seite

mit ihr verbundenen Schieber und bewirken durch letztere kürzeres oder längeres Einströmen des Arbeitsdampfes in den Cylinder.

Die Steuerung besteht auſserdem aus einem festen Excenter, dessen Stange eine zweite inmitten des Niederdruckcylinders sitzende Scheibe in Schwingungen bringt; an dieser Scheibe sind dann wieder vier Drehschieberstangen befestigt, welche unter Zwischenschaltung von Hebeln die Schieber bethätigen. An Dampf soll diese Maschine für indicirtes Pferd 7k gebrauchen. Einige wichtige Abmessungen und Druckverhältnisse der nach Angabe der Fabrik für einen Dampfdruck von 6k Spannung gebauten Maschine ergeben sich aus dem Folgenden: Schwungrad 2m Durchmesser, Breite 470mm, Umfangsgeschwindigkeit 20m,93.


Bezeichnung

Durchmesser

Länge
Auflager-
druck

Abnutzarbeit
mm k/qcm Sec. k/qcm
Kurbelzapfen 60 80 40 1,26
Kurbellager 115 240 1,76 0,11
Kreuzkopfzapfen 52 78 46,5

Die Steuerung functionirte sehr regelmäſsig, ohne jedes Geräusch und mit einer vollkommenen Genauigkeit; das Oeffnen und Schlieſsen der Ein- und Ausströmöffnungen des Dampfes erfolgte schnell, ohne Stoſs und ohne Rückwirkung auf den Regulator, weshalb derartige, auch mit starker Compression arbeitende Maschinen besonders bei groſsen Geschwindigkeiten vorzügliche Dienste leisten werden.

Die schädlichen Räume betrugen trotz der groſsen Querschnitte der Dampf-Ein- und Ausströmrohre nur ungefähr 3 Proc. vom Cylindervolumen. Der über dem Niederdruckcylinder liegende Zwischenbehälter ist ebenfalls mit einem Mantel versehen, der behufs Verdampfung des sich bildenden Condensationswassers mit direktem Dampfe geheizt wird.

Eine besondere Pumpe diente noch zum Zurückführen des condensirten Dampfes aus den Dampfleitungsröhren, den Dampfmänteln und dem Zwischenbehälter in den Kessel.

Zu den ansehnlichsten Maschinen der Ausstellung gehörte unstreitig die 1000pferdige, nach dem Corliſs-System gebaute, mit 4 Rundschiebern arbeitende wagerechte Condensationsmaschine von M. Joseph Farcot in Saint-Ouen (Seine) von 1000mm Cylinderdurchmesser und 1800mm Hub.

Die dem Génie civil, 1889 Bd. 16 * Taf. 20, entnommene Abbildung (Fig. 13 Taf. 9) zeigt den mit Dampfmantel umgebenen, eigenartig gebauten Cylinder, dessen ebenfalls von bewegtem Dampfe durchströmte Deckel gleichzeitig die Schiebergehäuse bilden.

Der Dampfverbrauch dieser Maschinen ist, wie viele Versuche bestätigt haben, ein äuſserst geringer, und dies wird hauptsächlich durch die fast vollständige Vermeidung der schädlichen Räume erzielt (im vorliegenden Falle betragen sie nur 1 Proc. vom Cylindervolumen),